Titel
Das Tannensterben in Europa : Eine Literaturstudie mit kritischer Stellungnahme
Verfasser
Körperschaft
Erscheinungsort
Wien
Verlag
Erscheinungsjahr
1989
Seiten
56 S.
Illustrationen
5 Abb., 157 Lit. Ang.
Material
Bandaufführung
Digitales Dokument
Standardsignatur
5275
Datensatznummer
61135
Quelle
Abstract
Die vorliegende Arbeit soll einen Ueberblick ueber die geschichtliche Entwicklung, die raeumliche Ausbreitung, die am haeufigsten aufgetretenen Schadsymptome und den umfangreichen Ursachenkomplex des Tannensterbens in Form einer Literaturstudie geben. Erste Meldungen ueber das Tannensterben kamen aus Westboehmen zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Boehmen, Schlesien, das Fichtelgebirge, der Franken- und Thueringerwald, Teile des Schwarzwaldes, bzw Sachsen und das angrenzende Erzgebirge werden als "klassische" Tannensterbensgebiete bezeichnet, mit erstmaligen Schadauftreten bereits im vorigen Jahrhundert. Die Intensitaet der Schaeden ist in diesen Gebieten nach wie vor sehr hoch. Zu einer zweiten Gruppe von Schadgebieten gehoeren die tiefergelegenen Gebiete der Schweiz, der Wienerwald, Ober- und Niederbayern und der Grossteil der wuerttemberg'schen Tannenareale. In diesen Gebieten ist das Tannensterben erstmals zu Beginn des 20. Jahrhunderts aufgetreten; das Schadausmass ist (war) meist gering bis mittelstark, jedoch auch periodisch unterschiedlich. Die dritte Gruppe ist durch relativ spaetes erstmaliges Auftreten (2. Haelfte des 20. JH.) von Schadsymptomen, und im Vergleich zu den anderen Gebieten durch relativ geringe Schadintensitaet gekennzeichnet. Zu dieser Gruppe kann man die Beskiden, die Karpaten, die Slowakei, die Bayerischen und Schweizer Alpen bzw. Voralpen, Vorarlberg, das oesterreichische Vor- und Randalpengebiet, die Vogesen, Slowenien und Teile des mittleren Apennins zaehlen. Die zweifellos vorwiegend durch Witterungseinfluesse bedingte Periodizitaet des Tannensterbens wird durch neurste Zuwachs- und Kronenzustands- untersuchungen, aufgrund welcher die Tanne in vielen gebieten seit einigen Jahren eine Regenerationsphase durchlaeuft, bestaetigt. Als wichtigste Symptome des Tannensterbens muessen genannt werden: Kronenverlichtung von unten nach oben und meist von innen nach aussen. Fruehzeitige Ausformung einer Storchennestkrone. Pathologischer Nasskern. Reduzierung und Deformierung des Wurzelkoerpers (vor allem der Feinwurzeln). Mit grosser Wahrscheinlichkeit kann man den typischen Krankheitserscheinungen der Tanne keine alleinverantwortliche Einzelursache zuschreiben, sondern einen Ursachenkomplex, dessen Komponenten in direkter oder indirekter Wirkung zueinander stehen. Als solche Schadfaktoren kommen in Frage: Trockenperioden, Duerre, Frost; Wurzelkonkurrenz von z.B. Fichte; Immissionsbelastung, Wurzelpathogene Pilze, Viren (Nematoden). Die Moeglichkeit ueber Resistenzzuechtung (Herkunftsversuch) kurz- oder mittelfristig erfolgreich gegen das Tannensterben vorgehen zu koennen, wird aufgrund der geringen Variabilitaet der Weisstanne einerseits, und aufgrund der breiten Palette von Schadfaktoren unterschiedlicher Art andererseits, bezweifelt.