Titel
Forstwirtschaft im Lebensraum des Auerhuhns : Ein Leitfaden für die Waldbewirtschaftung in den Einstandsgebieten im Lausitzer Flachland
Verfasser
Erscheinungsort
Eberswalde
Verlag
Erscheinungsjahr
2000
Seiten
43 S.
Illustrationen
3 Lit. Ang.
Material
Bandaufführung
ISBN
3-933352-23-1
Standardsignatur
14039
Datensatznummer
60564
Quelle
Abstract
Das Auerhuhn, früher ein Charaktervogel der Lausitzer Wälder, ist heute akut vom Aussterben bedroht. Wenn bislang auch einige Hauptgefährdungsfaktoren an Bedeutung verloren haben, so bedarf dieser stattliche Waldvogel mehr denn je unserer aktiven Unterstützung. Dabei fällt den Waldbesitzern und -bewirtschaftern eine Schlüsselrolle zu. Das Auerhuhn kann die letzten verbliebenen Waldkomplexe der Lausitz nur wiederbesiedeln, wenn diese als besonders wertvolles Schutzgut in ihrer Gesamtheit erhalten bleiben, in ihren Zentren bei nachgewiesener Standorteignung über Eigentumsgrenzen hinweg Schutz- und Entwicklungsreviere für das Auerhuhn ausgewiesen sind und in diesen die Forstwirtschaft auf die Belange des Auerhuhns hin ausgerichtet wird. Dazu zählen insbesondere - Vericht auf Kahlschläge aufgrund des gegenwärtig akuten Mangels an Althölzern, - Förderung der Heidelbeere als sehr wichtige Nahrungspflanze durch frühzeitiges Auflichten mittelalter Bestände (allerdings unter Beachtung der Vergrasungsgefahr durch Sandrohr), - Wiedervernässung mooriger und anmooriger Standorte zur Förderung weiterer Nahrungspflanzen (z.B. Scheidiges Wollgras) und der Lausitzer Tieflandfichte, - kleine Blößen (bis 0,5 ha) sind im Interesse einer Strukturvielfalt der Sukzession zu überlassen und nicht aufzuforsten, - kein Anbau der Baumarten Roteiche, Weymouthskiefer und Douglasie, dagegen bewusste Förderung von Trauben- und Stieleiche (z.B. über Naturverjüngung) und - keine großflächige Waldumwandlung durch Voranbau, sondern nur kleinflächig und ohne vollflächigen Bodenumbruch. Um Störungen in den Balz-, Brut- und Aufzuchtzentren zu minimieren, müssen forstliche Maßnahmen von März bis Juli unterbleiben. Zugleich sind die Besucherströme (Wanderer, Pilze- und Beerensucher, Reiter u.a.) so zu lenken, dass diese Gebiete nicht tangiert werden. Außerdem sind in den Schutz- und Entwicklungsrevieren des Auerhuhns einschließlich Umland Rotfuchs, Schwarzwild und Marderhund besonders intensiv zu bejagen. Die Bestände von Rot-, Reh- und Muffelwild sind auf die bonitierten Dichten abzusenken.