Titel
Stammzahlreduktion : Die Auswirkungen auf Wasser-, Energie- und Nährstoffhaushalt von Fichtenjungwüchsen
Verfasser
Erscheinungsjahr
1988
Seiten
189 S.
Illustrationen
zahlr. Lit. Ang.
Material
Bandaufführung
Standardsignatur
12985
Datensatznummer
60306
Quelle
Abstract
In einer 14-jährigen Fichtenjugend wurde eine Stammzahlreduktion in drei Eingriffstärken durchgeführt. Zur Erfassung der Auswirkungen dieser Eingriffe auf den Energie- und Wasserhaushalt einerseits wurden mikrometeorologische und hydrologische Messverfahren durch drei Vegetationsperioden angewendet, andererseits wurden die Auswirkungen auf den Nährstoffhaushalt im Zuge von zwei Biomassen und drei Bodennährstoffinventuren untersucht. Die Stammzahlreduktionen ergaben eine relativ kurzlebige Zunahme des Bestandesniederschlages und eine länger anhaltende Verbesserung des Bodenwasserstatus. Aufgrund der Reduktionseingriffe ergab sich keine signifikante Änderung des Strahlungshaushaltes, hingegen waren grössere Amplituden im Bodenwaermestrom mit zunehmender Eingriffstärke zu beobachten. Gute Wasserversorgung führte in den nicht oder nur wenig reduzierten Flächen zu höherer Verdunstung als in den stark reduzierten Parzellen. Geringerer Bodenwasservorrat kehrte diese Verhältnisse um und förderte ebenso wie kühle Witterung die Erwärmung der Luft. Starke Stammzahlreduktion führte auch zu erhöhter aerodynamischer Rauhigkeit, verringerter Nullpunktverschiebungshöhe und geringeren vertikalen Temperaturgradienten. Erst 5 Jahre nach den Reduktionseingriffen waren signifikante Unterschiede in den Humusauflagen infolge unterschiedlicher Bestandesdichte nachweisbar. Die Oberbodenhorizonte zeigten zu Ende der Untersuchung höhere C und N- Vorraete, wie auch teilweise höhere K-Mengen, als in der Anfangsinventur. Ebenso war eine pH-Wertabsenkung im Mineralboden zwischen erster und zweiter Inventur zu beobachten. Die laufende Nährstoffaufnahme in die oberirdische Biomasse war relativ gross und wurde noch infolge der Regeneration der entnommenen (Nadel-)Biomasse geszeigert, die resultierende Versauerung betrug für 4 Jahre zwischen 9 und 20kmo1 H+ha-1. Diese Versauerung könnte jedoch durch den bei der Stammzahlreduktion anfallenden leicht umsetzbaren Biomassenrücklass kompensiert werden.