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  • Titel
    Untersuchungen der Mykorrhizen und der sie begleitenden Mikropilze in stark und weniger stark geschaedigten Fichtenbestaenden Nordrhein-Westfalen. Abschlussbericht des Forschungsvorhabens Projekt V B5-8819.3.6
  • Verfasser
  • Erscheinungsjahr
    1992
  • Seiten
    45 S.
  • Illustrationen
    56 Lit. Ang.
  • Material
    Bandaufführung
  • Standardsignatur
    12968
  • Datensatznummer
    60003
  • Quelle
  • Abstract
    Auf den drei Standorten Velmerstot (Eggegebirge), Glindfeld (Rothaargebirge) und Haard (Rheinische Bucht) wurden Untersuchungen zur Vitalitaet der Mykorrhizen von Fichten und den Mikropilzen der Mykorrhizoplane durchgefuehrt. Ziel der Untersuchungen war die Klaerung von Zusammenhaengen zwischen der Funktionsfaehigkeit der Mykorrhizen und dem Gesundheitszustand der Bestaende. Die Vitalitaet der Mykorrhizen wurde an Handschnitten nach Vitalfaerbung mit Fluorescein-diacetat nach einem am Institut entwickeltes Verfahren ermittelt. Der Staerkegehalt und die Anzahl Metakuten pro Mykorrhiza wurden ebenfalls an den Handschnitten erhoben. Die Mikropilzflora der Mykorhizosphaere wurde isoliert und nach Haeufigkeit auf Artebene berechnet. Fuer die drei Standorte zeigt sich, dass nahezu alle Feinstwurzeln mykorrhiziert waren. Es ergaben sich jedoch Unterschiede bezueglich der prozentualen Verteilung der Vitalitaetsstufen der Mykorrhizen. Der Standort Velmerstot weist eine Dominanz der absterbenden Mykorrhizen auf, waehrend am Standort Glindfeld die voll- und weitgehend vitalen Mykorrhizen ueberwiegen. Mit einem hohen Anteil eingeschraenkt vitaler Mykorrhizen nimmt die Haard eine Mittelstellung ein. Am Standort Velmerstot liegt eine auffallende Reduzierung der vitalen Mykorrhizen im oberen Mineralboden (Ahe) vor. Im gleichen Horizont und im darueberliegenden Rohhumus wurde auch ein hoher Anteil von Mykorrhizen mit Wachstumsunterbrechungen gefunden. Der jahreszeitliche Verlauf des Staerkegehaltes der Mykorrhizen ist an allen drei Standorten mit geringen Gehalten im Sommer und hohen im Winter und Fruehjahr gleich. Der Mykorrhizastatus spiegelt im wesentlichen die Boden- und mikroklimatischen Verhaeltnisse der Standorte wieder. Eine staerkere Beeinflussung durch den hohen Schaedigungsgrad der Baeume ist jedoch fuer den Standort Velmerstot ebenfalls in Betracht zu ziehen. Die nachteiligen Bodenbedingungen und daraus resultierenden Beeintraechtigungen der Mykorrhizaentwicklung wirken sich aber mit Sicherheit auf den Gesundheitszustand des Bestandes nachteilig aus. Auch auf die Mikropilzflora wirkt sich die deutliche Bodenzonierung des Standortes Velmerstot aus. Das Mikrohabitat "Rhizoplane" ist demnach nicht allein bestimmend fuer das Auftreten von Pilzarten, sondern kann durch Bodenfaktoren ueberlagert werden. Ein Einfluss der Mikropilzflora auf den Zustand der Mykorrhizen konnte nicht direkt nachgewiesen werden. Interaktionen sind aber sehr wahrscheinlich. Die Dominanz der potentiellen Pathogene Trichoderma viride und T. hamatum laesst auf einen negativen Einfluss auf die Mykorrhizen schliessen.