Titel
Wie gesund sind unsere Wälder? : 2. Bericht anläßlich der Pressekonferenz vom 4.6.1985
Körperschaft
Erscheinungsort
Bozen
Erscheinungsjahr
1985
Seiten
20 S.
Illustrationen
13 Abb., 2 Tab.
Material
Bandaufführung
Standardsignatur
12789
Datensatznummer
57217
Quelle
Abstract
Das Fazit aus den bisherigen Untersuchungsergebnissen ist, dass in Suedtirol 17% der angesprochenen Baeume "neuartige Waldschaeden" aufweisen, wobei Gott sei Dank 14% als leicht geschaedigt, 2,5% mittel und 0,5% als stark geschaedigt anzusehen sind. Es darf nicht unerwaehnt bleiben, dass sich diese visuellen Erhebungen (es sind 4.000 Baeume angesprochen worden) auf Exemplare beschraenkt haben die ein Alter von ca. 50 Jahre und mehr aufweisen, somit Jungwuechse und Stangenhoelzer, welche als gesund anzusehen sind nicht beruecksichtigt worden sind. Erfreulich ist auch feststellen zu koennen, dass laut Aussage des Chemischen Landeslaboratoriums die Luftqualitaet keine Verschlechterung erfahren hat und dass die Ergebnisse der Nadelanalysen (Laboratorium Laimburg) auch keine Zunahme der Schadstoffe wie SO2, NOx usw. im Vergleich zum Vorjahr aufzeigen. Es waere wahrscheinlich unrealistisch und abwegig zu glauben, dass unsere Waelder keinen Umweltbelastungen ausgesetzt sind. Nur koennen wir feststellen, dass in unserem Lande der Prozentsatz geschaedigter Baeume noch bedeutend niedriger ist als in den verschiedenen Nachbarlaendern (Schweiz 34%, Vorarlberg 48%, Tirol 33%, Bayern 57%, Kaernten 33% usw.). Wuenschenwert waere in naher Zukunft eine Messtelle in einem Reinluftgebiet zu realisieren (Oertlichkeit stuende bereits fest - es fehlt nur die Finanzierung), sowie auch die qualitativen Niederschlagserhebungen besser ueber das ganze Land zu verteilen, um so umfassenderes Datenmaterial auch auf diesen Gebieten zur Verfuegung zu haben. Man ist heute nicht in der Lage, die derzeitige Situation und vor allem die zukuenftige Entwicklung, genauer abzuschaetzen. Es ist weder eine optimistische noch aber auch eine zu pessimistische Einstellung zum Problem der neuartigen Waldschaeden am Platze, sondern man soll realistisch die Sache angehen und darauf draengen, dass ernstliche Anstrengungen unternommen werden, um die gesamte Umweltbelastung rasch und drastisch zu vermindern. Der im Vorjahr von meinem Kollegen Dr. R. Preyer erstellte Forderungskatalog ist auch heuer noch realistisch und kann nun voll und ganz gutgeheissen werden; er lautet: 1. Die Erforschung der Schadensursachen voranzutreiben und mit den Nachbarlaendern zu koordinieren. 2. Die Grenzwerte fuer die Schadensbelastbarkeit aufgrund neuer Erkenntnisse, sei es in Hinblick auf die Gesundheit der Menschen als auch der Pflanzen, zu ueberpruefen und neu festzulegen. 3. Informationen, Forschungs- und Messergebnisse zeitgerecht auszutauschen und bekanntzugeben. Die Oeffentlichkeit hat das Recht ueber die Entwicklung der Walderkrankung informiert zu werden. 4. Einheitliche Kriterien und Verfahren zwecks Vergleichbarkeit der Waldschaeden festzulegen. 5. Notwendige Haushaltsmittel fuer Ursachenforschung, Messungen und Auswertung der notwendigen Erhebungen bereitzustellen. 6. Schadstoffarme Energietraeger..