Titel
Nachkommenschaftspruefung von Fichtenbestaenden d. Schwarzwaldes (Herkunftsgebiete 840 08 und 840 09) mit den Zielen : 1. Verbesserung d. Immissionstoleranz : 2. Erhaltung d. Genressourcen geschaedigter Hochlagenbestaende ("Genbank")
Verfasser
Erscheinungsort
Karlsruhe
Verlag
Erscheinungsjahr
1990
Seiten
97 S.
Illustrationen
4 Abb., 23 Tab., 56 Lit. Ang.
Material
Bandaufführung
Standardsignatur
12612
Datensatznummer
55773
Quelle
Abstract
Angesichts anhaltender immissionsbedingter Waldschaeden wurde im Herbst 1987 in 39 Fichtenbestaenden (Picea abies (L.) Karst.) des Schwarzwaldes und in einem Fichtenbestand des Virngrundes Saatgut geerntet, um in einer Nachkommenschaftspruefung Erkenntnisse ueber Autochthonie, Vitalitaet, Leistungsfaehigkeit und ggf. Immissionstoleranz dieser Populationen zu erhalten. verbunden hiermit war die Einleitung von Generhaltungsmassnahmen. Diese beschraenken sich z. Zt. auf die in situ-Erhaltung der beernteten Bestaende, die laengerfristige ex situ-Lagerung des Saatgutes in der Staatsklenge Nagold sowie die kontrollierte Anzucht (ex situ) der Nachkommenschaften. Die Saatgutpruefung konnte 1988 abgeschlossen werden. Die Pflanzenproduktion fuer die Feldpruefung wurde begonnen. An Saemlingen aller Herkuenfte wurden Identifizierungs- und Fruehteste zur Beurteilung der Anpassung an die Vegetationsdauer ihrer jeweiligen Saatguternteorte durchgefuehrt. Die vorlaeufigen Ergebnisse erlauben die Ausscheidung von 20 nicht angepassten Populationen, fuer die damit Autochthonie ausgeschlossen werden kann. An Samen und Knospen derselben Herkuenfte wurden mit Hilfe der Staerkegelelektophorese Isoenzymanalysen durchgefuehrt (6 Enzymsysteme an 11 Genloci). Es konnte eine grosse Anzahl seltener Allele an fast allen untersuchten Genloci gefunden werden. Dies ermoeglicht es, die Bestaende genetisch gegeneinander abzugrenzen, und bestaetigt, dass im Schwarzwald ein anthropogen bedingtes Gemenge verschiedener Fichtenherkuenfte vorliegt. Fuer sechs Bestaende wird ein osteuropaeischer Ursprung angenommen. Die festgestellte geringe genetische Variation zwischen den Bestaenden fuehrt allerdings zu der Schlussfolgerung, dass wohl der groesste Teil des bei der Begruendung der untersuchten Bestaende verwendeten Vermehrungsgutes aus demselben natuerlichen Fichten-Verbreitungsgebiet gestammt hat. Erkenntnisse ueber erhoehte Immissionstoleranz bestimmter Herkuenfte konnten bislang nicht gewonnen werden. Die Unersuchungen werden fortgesetzt.