Titel
March-Thaya-Auen : Kronenzustands- und Biotopbewertung mittels Fernerkundung
Verfasser
Erscheinungsjahr
1998
Seiten
98 S.
Illustrationen
37 Lit. Ang.
Material
Bandaufführung
ISBN
3-85457-463-0
Standardsignatur
11920
Datensatznummer
53994
Quelle
Abstract
Die March- und Thaya-Auen liegen im Osten Österreichs an der Grenze zur Slowakischen Republik und zur Tschechischen Republik. Sie gehören zu den neun österreichischen Ramsar-Gebieten, das sind Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung für die Wat- und Wasservogelfauna. Diese Bereiche sind auch als Landschaftsschutzgebiete und zum Teil als Naturschutzgebiete ausgewiesen. Das Ramsar-Abkommen verpflichtet seine Vertragspartner, eine nationale Feuchtgebietspolitik zu entwickeln. Die vom Umweltbundesamt (UBA) durchgeführten Untersuchungen sollen dazu geeignete Grundlagen liefern. Als Basis für die vorliegenden Untersuchungen diente eine vom UBA beim Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen in Auftrag gegebene, die Staatsgrenzen überschreitende, Befliegung (Farb-Infrarot-Film, Maßstab 1:8.000) der March- und Thaya-Auen im Jahr 1990. Das untersuchte Gebiet erstreckt sich auf österreichischer Seite entlang der Flüsse Thaya und March von Bernhardsthal im Norden bis Engelhartstetten im Süden. Anhand dieser Luftbilder erfolgte zunächst eine Erfassung der verschiedenen Landschaftselemente (Gamper et al., 1992; Report des Umweltbundesamtes Nr. 92-066). Dabei wurden insgesamt 3.457 Einzelflächen aus 28 verschiedenen Landschaftstypen erfaßt und in das GIS des UBA aufgenommen. Die Auwälder (rund 3.860 ha), die etwa ein Drittel der Gesamtfläche ausmachen, wurden einer genaueren Untersuchung hinsichtlich ihres Zustandes unterzogen. Der Kronenzustand der Wälder: Nach der Erstellung der Interpretationsschlüssel der Hauptbaumarten Eiche, Esche und Ulme für die Auswertung der Luftbilder - entsprechend den CEC-Richtlinien "Anwendungen der Fernerkundung zur Beurteilung des Gesundheitszustandes der Wälder" (COMMISSION OF THE EUROPEAN COMMUNITIES, 1992) - erfolgte die einzelbaumweise Kronenzustandsinventur. Dabei wurden von jedem beurteilten Probebaum auch die Koordinaten des Wipfelpunktes photogrammetrisch gemessen und zusammen mit zahlreichen anderen Daten in das GIS des UBA übernommen. Damit sind präzise Grundlagen für eine Wiederholungsinventur zur Feststellung von Veränderungen des Kronenzustandes geschaffen. Ermittlung von Biotopwertindikatoren: In Anlehnung an terrestrische Biotopwerterhebungen wurden bestandesweise, flächendeckend für das gesamte Waldgebiet die im Luftbild erkennbaren Indikatoren identifiziert und über einen Verknüpfungsschlüssel zusammengeführt. Die daraus ableitbaren Bewertungen stellen auch aufgrund der Einschränkungen der Luftbildsichtbarkeit "Teilbiotopwerte" dar. Die Mindestgröße für die Ausscheidung einer Fläche betrug 0,5 ha, bei deutlichen Merkmalsunterschieden 0,1 ha. Die Teilbiotopwerte wurden über folgende Unterteilwerte ermittelt: - Naturnähe: Vergleich der tatsächlichen (luftbildsichtbaren) Baumartenzusammensetzungen mit den der potentiell natürlichen Waldgesellschaften entsprechenden - Vielfalt: Ansprache von Baumarten- und Strukturvielfalt