Aktionen
Anzeigeoptionen
  • Titel
    Jahresbericht 1997
  • Körperschaft
  • Erscheinungsjahr
    1998
  • Seiten
    107 S.
  • Material
    Bandaufführung
  • Standardsignatur
    11292
  • Datensatznummer
    53908
  • Quelle
  • Abstract
    Aufgaben und Organisation der Staatsforstverwaltung. Das Aufgabenspektrum der Bayerischen Staatsforstverwaltung umfaßt die Bewirtschaftung und Verwaltung des Staatswaldes, die Förderung des Privat- und Körperschaftswaldes sowie hoheitliche Aufgaben. Gemessen am Aufwand dominiert die Staatswaldbewirtschaftung. Waldflächen - Bayern hat mit rd. 2,6 Mio. ha Wald die größte Waldfläche aller Länder der Bundesrepublik Deutschland. Die Waldfläche Bayerns nahm 1997 um 424 ha zu. Erfreulich ist, daß nunmehr zum 18. Mal in Folge per Saldo eine Waldflächenzunahme zu verzeichnen war. Mit einem Bewaldungsanteil von rd. 36% liegt Bayern nach wie vor hinter Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. Eine weitere Waldmehrung ist sowohl zur Entlastung der Agrarmärkte als auch aus landeskulturellen Gründen sinnvoll. Erstaufforstungen sind v.a. in waldarmen Gebieten erwünscht. Gefährdung des Waldes - Bei der Waldzustandserhebung hat sich die bereits in den Vorjahren erkennbare Erholung gegenüber dem Jahr 1994 bestätigt. Dabei hat sich der Kronenzustand in vielen Gebieten verbessert. In den Alpen mit ihren landeskulturell bedeutenden Schutzwäldern war ein Schadensrückgang aber nicht zu erkennen. Ebenso sind die Ostbayerischen Mittelgebirge nach wie vor stärker geschädigt. Dank der kühl-feuchten Frühjahrswitterung führten waldschädliche Insekten 1997 nicht zu größeren Schäden. Nur die Borkenkäfermassenvermehrung im Inneren Bayerischen Wald mit ihrem Schwerpunkt in den Hochlagen des unberührten Kernbereichs des Nationalparks setzte sich 1997 weiter fort. Wohlfahrsleistungen - Zur Förderung der Wohlfahrtsleistungen (v.a. Erholung, Naturschutz und Landschaftspflege) im Staatswald (außer Nationalparke) wendete die Bayerische Staatsforstverwaltung rd. 6,6 Mio. DM auf; zusammen mit dem Verwaltungsaufwand ergibt sich eine Summe von rd. 10 Mio. DM für diesen Bereich. Hinzu kommen Aufwendungen für Maßnahmen zugunsten des Arten- und Biotopschutzes, die derzeit nicht monetär erfaßt sind (z.B. Beteiligung seltener Baum- und Straucharten, Belassen von lebendem und totem Starkholz im Eald). Für Sanierungsmaßnahmen im Rahmen des Schutzwaldsanierungsprogramms wurden rd. 5,8 Mio. DM aufgewendet; davon entfielen auf Maßnahmen im Privat- und Körperschaftswald rd. 0,95 Mio. DM. 1997 betrug die Gesamtfläche der 150 Naturwaldreservate 5 337 ha, das sind rund 1% der Holzbodenfläche der Bayerischen Staatsforstverwaltung. Eine umfassende Überprüfung der Naturwaldreservate wurde im Jahr 1997 abgeschlossen. Seit 1. Januar 1998 bestehen nunmehr 149 Naturwaldreservate mit einer Gesamtfläche von 6 124 ha. In den Nationalparken und Naturschutzgebieten, den "strengen" Schutzkategorien nach dem Bayerischen Naturschutzgesetz, liegt der Anteil des Waldes mit 59% bzw. 57% deutlich über dem durchschnittlichen Waldanteil in Bayern von 36%: Ein Hinweis, daß sich erhebliche Teile des Waldes in Bayern durch besondere Naturnähe auszeichnen. Insgesamt enfallen knapp 10% der Holzbodenfläche der Bayerischen Staatsforsverwaltung auf Nationalparke, Naturschutzgebiete und Naturwaldreservate. 1997 wendete die Bayerische Staatsforstverwaltung 16 Mio. DM auf, um die beiden Nationalparke zielgerecht weiterzuentwickeln. Förderung des Privat- und Körperschaftswaldes - Die Förderbeträge (finanzielle Transferleistungen, ohne Personalkosten) für den Privatwald betrugen 1997 insgesamt 35,7 Mio. DM (= 26 DM/ha) und für den Körperschaftswald 13,7 Mio. DM (= 42 DM/ha). Der Außendienstaufwand der Forstdienststellen betrug 235 Tsd. Stunden. Ein Viertel der Waldbesitzer ist derzeit in 178 Forstbetriebsgemeinschaften mit rd. 117 500 Mitgliedern und 1,14 Mio. ha Mitgliedsfläche zusammengeschlossen. Diese erhielten staatliche Hilfen durch Beratung und finanzielle Zuwendungen zu den Verwaltungskosten und den Kosten überbetrieblicher Investitionen in Höhe von 3,22 Mio. DM. Forstämter haben vertraglich für 295 300 ha Körperschaftswald und 44 400 ha Privatwald die Betriebsleitung sowie für 218 100 ha bzw. 36 700 ha die Betriebsausführung übernommen. Der Außendienstaufwand der Forstdiensstellen betrug dafür 175 Tsd. Stunden. Holmarkt - Im Jahr 1997 setzten sich die positiven Holzmarkttendenzen des Vorjahres fort. Vor allem die Preise auf dem Fichtenstammholzsektor erholten sich von ihrem Tiefpunkt im Frühjahr 1996 deutlich. Saisonal herrschte zum Teil eine so starke Nachfrage, daß diese nicht immer befriedigt werden konnte. Da analog zum Vorjahr auch diesmal Kalamitätshölzer weitgehend ausblieben, stabilisierte sich der Preis für Fichtenstammholz als Motor des Holzmarktes zum Jahresende bei rund 380 bis 410% der MZ mit Rinde. Auch auf dem Industrieholzmarkt war ein Silberstreif am Horizont erkennbar. Vor allem beim Fichtenschleifholz fand eine Preiserholung und Nachfragebelebung statt. Die Bayerische Staatsforstverwaltung hat 1997 rd. 4,5 Mio. fm (incl. NH) eingeschlagen und mit Materialresten aus den Vorjahren eine etwas größere Holzmenge verkauft. Diese Werte lagen beim Einschlag nur geringfügig unter, beim Verkauf auf dem Niveau des Vorjahres. Bewirtschaftung des Staatswaldes - Die Bewirschaftung des Staatswaldes führte 1997 zu einem Gesamtbetriebsergebnis von -25 Mio. DM (-34 DM/ha Holzboden bzw. -6 DM/fm Einschlag. Im erwerbswirtschaftlichen Bereich konnte ein Betriebsergebnis von +7 Mio. DM (+10 DM/ha bzw. +2 DM/fm) erzielt werden. Im erwerbswirtschaftlichen Bereich lag der Betriebsaufwand mit 457 Mio. DM (630 DM/ha bzw. 112 DM/fm) 1% unter dem des Vorjahres. Für die Sicherung der Schutz- und Erholungsfunktionen wurden 32 Mio. DM (44 DM/ha Nennenswerte Veränderungen des Betriebsaufwands gab es in folgenden Bereichen: - Bei einem Rückgang der Bestandsneugründung um 511 ha auf 2 549 ha sank der Aufwand hierfür um 19% auf 24 Mio. DM. - Insbesondere durch den Rückgang der Zahl der Waldarbeiter (im Rahmen der natürlichen Fluktuation) sank der Aufwand für Löhne und Lohnnebenkosten um 4 Mio. DM. Im erwerbswirtschaftlichen Bereich lag der Ertrag mit 465 Mio. DM (640 DM/ha bzw. 113 DM/fm) 15 Mio. DM über dem des Vorjahres. Nennenwerte Ursachew für die Ertragssteigerung waren: - Steigerung der durchschnittlichen Holzpreise um ca. 4%: Mit 441 Mio. DM wurden 1997 etwa 37 Mio. DM mehr erlöst als im Jahr 1996. - Im Bereich der Nebennutzungen stieg der Ertrag 1997 im Vergleich zum Vorjahr um ca. 4 Mio. DM (+24%).
ExemplarnummerSignaturLeihkategorieFilialeLeihstatus
10003341N11292MonographieVerfügbar