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  • Titel
    Die kriegsbedingte Harznutzung an Forche (Kiefer) und Fichte in den Staatswaldungen des wuerttembergischen Schwarzwalds von 1915 bis 1920
  • Verfasser
  • Erscheinungsort
    Stuttgart
  • Verlag
  • Erscheinungsjahr
    1992
  • Seiten
    451 S.
  • Illustrationen
    zahlr. Lit. Ang.
  • Material
    Bandaufführung
  • Standardsignatur
    5819
  • Datensatznummer
    51249
  • Quelle
  • Abstract
    Das Harz hat schon in der Fruehzeit der Menschheit eine wichtige Rolle gespielt. Vom Harzkitt fuer Pfeil- und Speerspitzen, von Harz fuer einfache kosmetische, heilkundliche und kultische Zwecke dehnte sich der Verwendungsbereich im Lauf der Jahrhunderte vor allem als Binde-, Desinfektions-, Konservierungs- und Dichtungsmittel weiter aus. Mit der Fortentwicklung des Handwerks und der beginnenden Industrialisierung gewann der Rohstoff Harz wachsende Bedeutung in der Pharmazie, der Lack-, Farbstoff- , Schmiermittelherstellung sowie in der Isolier- und Kunststoff-Fabrikation. Sogar im Bereich der Munitionsfertigung ist das Harz zu Beginn des 20.Jh.s unentbehrlich gewesen. Von seinen chemischen Bestandteilen war in frueherer Zeit in erster Linie die feste Komponente, das Kolophonium, bedeutsam. Der fluechtigen Komponente, dem Terpentinoel, eroeffnete erst das letzte Jahrhundert eine Fuelle von Anwendungsmoeglichkeiten. Als im August des Jahres 1941 der Erste Weltkrieg ausbrach, hatte Deutschland einen Bedarf von 85 000 Tonnen Kolophonium und 33 000 Tonnen Terpentinoel jaehrlich. Gedeckt wurde er durch Harzimporte vor allem aus Nordamerika sowie aus Frankreich, Spanien, Portugal und Griechenland. Die deutsche Eigenproduktion von Harz war im Laufe des 19.Jh.s unter preislichem und qualitativem Konkurrenzdruck zum Erliegen gekommen. Mit Kriegsbeginn sind fast alle Harzimporte sofort blockiert worden. Bereits im Herbst 1914 erklaerte England das Harz als absolute Bannware. Deutschland sah sich zur Selbstversorgung, d.h. zur Eigenproduktion des Rohstoffs Harz gezwungen. Im Untersuchungsgebiet, dem ehemals wuerttembergischen Schwarzwald, ist der organisatorisch- verwaltungstechnische Beginn der eigenen Harzgewinnung durch den Erlass der Koenigl.Wuerttembergischen Forstdirektion in Stuttgart vom 27. April 1915 gesetzt worden. Nachdem in Deutschland bislang die Lebendharzung an der Forche nicht betrieben wurde und nur Erfahrungen mit der Fichtenharzung vorlagen, welche z.B. im noerdlichen Schwarzwald bis in die zweite Haelfte des 19.Jh.s weit verbreitet war, verwundert es nicht, dass man zunaechst auf die Harzgewinnung an der Fichte zurueckgegriffen hat. Es ist jedoch bald zu erkennen gewesen, dass nach oesterreichischem Vorbild auch die Forche herangezogen werden musste. Bereits 1916 ueberwog die Harznutzung an Forche bei weitem. Innerhalb des Deutschen Reichs ist die Harzgewinnung zunaechst von der sog. "Harzabrechnungsstelle" in Berlin koordiniert worden. Die Verfuegung des Reichskanzlers vom 23. Oktober 1915 und die Verfuegung des Staatssekretaers des "Innern" vom 29. Oktober 1915 uebertrugen die Gewinnung, Verteilung und Verwertung des Harzes im zweiten Kriegsjahr auf den kompetenteren "Kriegsausschuss fuer pflanzliche und tierische Oele und Fette" mit Sitz in Berlin. Innerhalb dieser Institution wurde noch im Oktober 1915 die "Harzkommission" ins...
ExemplarnummerSignaturLeihkategorieFilialeLeihstatus
14272485819ZeitschriftZeitschriftenmagazinVerfügbar