Titel
Waldbau und Verjüngungsökologie. : FIW II - Fallstudie Gleinalm
Verfasser
Erscheinungsjahr
1995
Seiten
91 S.
Illustrationen
31 Lit. Ang.
Material
Bandaufführung
Standardsignatur
12495
Datensatznummer
49932
Quelle
Abstract
Im Gegensatz zur Fallstudie 1 (Schoeneben-Noerdliches (einzelbaumweise Zielstaerkennutzung und natuerliche Mischwaldverjuengung) dominieren im Untersuchungsgebiet der hier behandelten Fallstudie-2 naturferne, weitgehend reine Fichtenbestaende, die durch Kahlschlaege mit anschliessender Aufforstung von ueberwiegend Fichte verjuengt werden. Die traditionelle Form der Kahlschlagnutzung und der Aufbau von Fichten-Reinbestaenden ueber mehrere Waldgenerationen, verbunden mit ehemaligem Schlagbrennen, intensiver Waldweide, Wildschaeden etc., sind als wesentliche Ursachen fuer den schlechten aktuellen Boden- und Waldzustand (ausgepraegte Symptome des "Waldsterbens" an Fichte) einzustufen . Probleme bestehen in mehrfacher Hinsicht: Waldgesundheit, Waldstabilitaet (Waldstruktur), Waldverjuengung, Nachhaltigkeit der Produktionskraft des Bodens, Wertleistung, Betriebsumstellung auf Naturverjuengungsbetrieb (Betriebsstruktur). Waldstruktur, Waldgesundheit, Schael- und Rueckeschaeden - Es dominieren einschichtige (79% der Flaeche), auf Kahlschlaegen erwachsene, fuer Wind- und Schneebruch sowie Insekten- und Wildschaeden sehr disponierte, an bodenbiologisch guenstigen Mischbaumarten verarmte Waldbestaende mit starken Degradationserscheinungen am Waldboden. - Die Baumartenanteile von Fichte (86% des Vorrates) und Laerche (12%) sind anthropogen bedingt gegenueber der natuerlichen Baumartenkombination (Fichte ca. 60 - 65%, Laerche ca. 3%) stark erhoeht; Tanne, Bergahorn und Buche haben entsprechend stark an Vorkommen eingebuesst. Im Jungwald zeichnet sich eine leichte Zunahme der Mischbaumarten Tanne und Laubholz zulasten des Laerchenanteiles ab, der hohe Fichtenanteil bleibt ueber alle Altersklassen weitgehend konstant. - Der Waldflaechenanteil mit ueber 100jaehrigem Altholz ist mit 37% sehr hoch. - Insgesamt besteht ein geringer Kronenueberschirmungsgrad des Waldes, dadurch reduzierte Niederschlagsinterzeption und erhoehter Lichteinfall auf den Waldboden (haeufig dichter Graswuchs). Lediglich 30% der Waldflaeche sind mehr als 7 Zehntel ueberschirmt, 17% weniger als 4 Zehntel, 53% zwischen 4 und 7 Zehntel. Die im letzten Jahrzehnt haeufige Entnahme von vermehrt abgestorbenen und absterbenden Baeumen ist wesentliche Ursache des relativ geringen Ueberschirmungsgrades. - Fichte wies im Jahr 1985 grossflaechig Kronenverlichtung ("Waldsterben") auf. Ihr Kronenzustand hat sich im Jahr 1991 (zumindest voruebergehend) verbessert. - Haeufig treten Holzernte- und Rueckeschaeden an Baumstaemmen und -wurzeln auf (30% der Waldflaeche). - Starke Schaelschaeden durch Rotwild: 36% der Stammzahl (ab 5cm BHD) und 28% des Holzvorrates sind durch Rotwild geschaelt. Der als separate Betriebsklasse ausgewiesene "Schaelwald" (mehr als 50% der Baeume geschaelt) umfasst 225ha (12% der Waldflaeche). Besonders stark durch Schaelung geschaedigt sind die Bestaende der 3. und 4. Altersklasse (40 bis 80jaehrige Bestaende). In der 3. Altersklasse (40 bis 60jaehrig) sind im Wirtschaftswald rund 68% der Flaeche geschaelt. In den letzten beiden Jahren wurden nur wenige Baeume neu geschaelt (Auflassung der Rotwild- Winterfuetterungen, erhoehter Rotwildabschuss). Zustand der Waldverjuengung und Verbisschaeden - Insgesamt sind 93% der verjuengungsnotwendigen Waldflaeche nicht ausreichend verjuengt. Auf 9% der Verjuengungsflaeche mangelt es an der erforderlichen Stammzahl, auf 19% an den erforderlichen Mischbaumarten (v.a. Tanne und/oder Laubholz) und auf 60% an Mischung und Stammzahl; auf 5% der verjuengungsnotwendigen Flaeche fehlt die Waldverjuengung gaenzlich. - Schalenwild als aktueller Hemmfaktor fuer die Waldverjuengung konnte zwar auf nur 9% der verjuengungsnotwendigen Waldflaeche festgestellt werden. Dies liegt jedoch primaer daran, dass verbissattraktive Mischbaumarten (Tanne, Laubholz) in der Verjuengung verbissunabhaengig vielerorts fehlen und deshalb nicht verbissen werden koennen. Wo ...