Titel
Die Versauerung terrestrischer und aquatischer Oekosysteme in Hessen - Ursachen, Auswirkungen, Massnahmen
Verfasser
Erscheinungsort
Wiesbaden
Verlag
Erscheinungsjahr
1994
Seiten
145 S.
Illustrationen
zahlr. Lit. Ang.
Material
Bandaufführung
Standardsignatur
12419
Datensatznummer
48251
Quelle
Abstract
Im Rahmen der durchgefuehrten Untersuchungen wurden Art und Ursache der Belastungen durch versauernd wirkende Elemente anhand des Eintrags ueber die Kronenraumpassage, der Wechselwirkungen mit der Geosphaere sowie der Auswirkungen auf quellnahe Abschnitte kleiner Fliessgewaesser beschrieben. Zur Charakterisierung der topographischen, bodenkundlichen und geologischen Standortfaktoren wurden die untersuchten Regionen Niestetal/Kaufunger Wald, Hochtaunus und Streitbachtal/Odenwald kartographisch dargestellt. Im Mittelpunkt der Betrachtung des atmosphaerischen Eintrags stand eine quantitative Bestimmung der Depositionen ueber den von Ulrich (1983b, 1984) und Matzner (1988) entwickelten Berechnungsweg der Kronenraumbilanzierung. Dabei wurden die Stofffluesse unter Beruecksichtigung der Wechselwirkungen zwischen den Niederschlagsinhaltsstoffen und den Assimilationsorganen der Bestandvegetation analysiert. Als ein wesentlicher Prozess war dabei die H+ - Abpufferung an den Nadeloberflaechen hervorzuheben, die mit einer Kationenauswaschung unter Weitergabe der Saeurebelastung an die Rhizosphaere verbunden ist. Fuer die Elemente Eisen, Aluminium sowie insbesondere Kalium und Mangan wurden entsprechend hohe Auswaschungsraten ermittelt. Zur Berechnung der Saeurebelastung wurde die Ionenaequivalentsumme der Protonen- , Eisen-, Aluminium- und Mangan-Gesamtdeposition sowie der Ammonium- Bestandsdeposition bilanziert. Die dabei als mehrjaehriges Mittel berechnete Fracht lag in Fuerth/Odenwald bei 2,8 kmol IAe/ha pro Jahr, in Koenigstein/Taunus bei 2,9 kmol IAe/ha pro Jahr und in Witzenhausen/Kaufunger Wald bei 3,4 kmol IAe/ha pro Jahr. Innerhalb der Messphase 1987-1990 konnte eine Reduktion depositionsbuertiger Saeureeintraege um 25% (Taunus), 34% (Odenwald) bzw. 45% (Kaufunger Wald) ermittelt werden. Diese Entwicklung war fast ausschliesslich auf einen Rueckgang der Sulfatbelastung zurueckzufuehren, die in Witzenhausen und Koenigstein bei ueber 50% und in Fuerth bei rd. 20% lag. Neben einer verringerten Ostadvektion SO2-beladener Luftmassen ist dies ein Ergebnis deutlich verringerter gasfoermiger Sulfateintraege infolge der Umsetzung normativer Massnahmen. Die Summe der Stickstoffverbindungen (NO3-N + NH4-N) entwickelte sich innerhalb der 4-jaehrigen Messphase zum Hauptverursacher der Bodenversauerung in den Untersuchungsgebieten. Im mehrjaehrigen Mittel lagen die Eintragsraten im Bestand zwischen 27 kg/ha pro Jahr (Koenigstein) und 38 kg/ha pro Jahr (Fuerth). Die in den Einzugsgebieten dominierenden, standortfremden Fichtenreinbestaende fuehrten neben einer - gegenueber Laubmischwaeldern - erhoehten systeminternen Saeureproduktion auch zu einer aeusserst effektiven Auskaemmung luftbuertiger Schadstoffe, die aufgrund der z.T. hohen Mobilitaet der eintetragenen Stoffe auch in entsprechend hohen Konzentrationen in den Gewaessern nachweisbar waren. Die geologi..