Titel
Fliessgewaessermakrophyten, bachbegleitende Pflanzengesellschaften und Vegetationskomplexe im Odenwald - eine Fliessgewaessertypologie
Verfasser
Erscheinungsort
Wiesbaden
Verlag
Erscheinungsjahr
1993
Seiten
156 S.
Illustrationen
zahlr. Lit. Ang.
Material
Bandaufführung
Standardsignatur
12419
Datensatznummer
48082
Quelle
Abstract
In der vorliegenden Arbeit wird eine Typologie der Baeche des Odenwaldes anhand ihrer Ausstattung mit bachbegleitenden Pflanzengesellschaften und mit makrophytischen Wasserpflanzen vorgestellt. Das Untersuchungsgebiet umfasst den gesamten Vorderen Odenwald sowie den Sandsteinodenwald bis hin zum Neckar und zu den Baechen Muemling und Itter ihren Zufluessen. In einem ersten Teil werden - entsprechend der Grundlagenarbeit im Gelaende - die Ausstattung der Gewaesser mit Fliessgewaessermakrophyten und die einzelnen Pflanzengesellschaften beschrieben. Als Fliessgewaessermakrophyten treten hier vor allem Wassermoose in Erscheinung, ausserdem Suesswasserrotalgen und wenige Bluetenpflanzen und Wasserflechten. Anhand ihrer Verbreitung lassen sich sechs bezeichnende Artengruppen herausstellen, die Beziehungen zum Basengehalt und zur Wasserfuehrung der Baeche und ausserdem zu ganz bestimmten bachbegleitenden Pflanzengesellschaften aufweisen. Typische bachbegleitende Gehoelzgesellschaften sind im Odenwald das Carici remotae- Fraxinetum (Winkelseggen-Erlen-Eschenwald), die Vaccinium uliginosum-Betula pubescens-Gesellschaft (Moorbirkenwald), das Sphagno-Alnetum (Torfmoos- Erlenbruchwald) und das Stellario-Alnetum (Hainmieren-Bacherlenwald) in zahlreichen Ausbildungen. Nur an tiefer eingeschnittenen oder nur wenig Wasser fuehrenden Baechen treten Bestaende des Stellario-Carpinetum (Eichen- Hainbuchenwald) und des Fraxino-Aceretum (Eschen-Bergahornwald) auf. Zum Galio odorati-Fagetum (Waldmeister-Buchenwald) oder zum Luzulo-Fagetum (Hainsimsen-Buchenwald) gehoerende Waelder finden sich in den Bachtaelern allenfalls randlich, von den Haengen her uebergreifend. Die Gehoelzbestaende werden in waldfreien Bereichen von vielfaeltigen Ausbildungen der Gesellschaften der Quellfluren (Cardamino-Montion), der Kleinseggenbestaende (Caricion fuscae), der Bachroehrichte (Sparganio-Glycerion mit Uebergang zum Agropyro-Rumicion), der Grosseggenbestaende (Magnocaricion), des Gruenlandes (Arrhenatherion) und der nitrophytischen Uferstauden- und Saumgesellschaften (Artemisietea) begleitet. Aufbauend auf der Kenntnis der Pflanzengesellschaften wurden 170 sigmasoziologische Aufnahmen angefertigt und tabellarisch verarbeitet. Es lassen sich 4 Komplexe bachbegleitender Vegetation unterscheiden: 1) Der Moorbirkenwald-Torfmoos-Erlenbruchwald- Komplex tritt an den basen- und naehrstoffaermsten Standorten auf. Am haeufigsten und am besten ausgebildet ist er im Zentrum des Untersuchungsgebietes, am Wegscheidekamm, und strahlt von dort mit bestimmten Subkomplexen in benachbarte Gebiete des Sandsteinodenwaldes aus. Neben der Vaccinium uliginosum-Betula pubescens-Gesellschaft und dem Sphagno- Alnetum sind hier Kleinseggengesellschaften (Caricetum fuscae) und Ausbildungen naehrstoffarmer Standorte der Glyceria fluitans-Gesellschaft haeufig. An Wasserpflanzen treten nur bestimmte Sphagnum-A...