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  • Titel
    Kartierung der epiphytischen Flechtenvegetation in Kassel und Umgebung im Jahre 1990
  • Verfasser
  • Erscheinungsort
    Wiesbaden
  • Verlag
  • Erscheinungsjahr
    1991
  • Seiten
    68 S.
  • Illustrationen
    16 Lit. Ang.
  • Material
    Bandaufführung
  • Standardsignatur
    12419
  • Datensatznummer
    47683
  • Quelle
  • Abstract
    Im Bezug auf die Flechtenvegetation Kassels, muss die Stadt im Vergleich zu anderen Ballungsraeumen als hoch belastet eingestuft werden. Flechtenzonen hoeherer Qualitaet sind nur am Rande des als Belastungsgebiet ausgewiesenen Areals und im kartierten West-Ost-Profil zu finden. Die hohe Immissionsgrundbelastung Kassels wird vor allem durch die grosse Ausdehnung der inneren Kampfzone (wie die Zone 1 auch oft bezeichnet wird) deutlich. Ueber 80% des Untersuchungsgebietes Kassel gehoeren zur Flechtenqualitaetszone 1, die schlechte Lebensbedingungen fuer den epiphytischen Flechtenbewuchs repraesentiert. Bei der Strukturierung des Untersuchungsgebietes Kassel hinsichtlich der Flechtenvegetation faellt nur der aeusserste westliche Rand poitiv auf. Der Grund fuer die relativ schlechte lufthygienische Situation duerfte die Kessellage Kassels sein. Hierdurch wird ein Abfliessen von belasteten Luftmassen und somit ein Luftaustausch erschwert. Im Winter fuehren Inversionswetterlagen zu einer Erhoehung der Schadstoffbelastung der Luft. Das zusaetzlich kartierte West- Ost-Profil zeigt, dass die Flechtenvegetation zwar besser wird, jedoch nicht die Qualitaet erreicht, die aufgrund der dort gegebenen natuerlichen und anthropogenen Faktoren erwartet wurden. Es ist nicht anzunehmen, dass aus dem Kasseler Becken verfrachtete Luftmassen die Vitalitaet der Flechtenvegetation entlang des West-Ost-Profils schwaechen. Die Aussage ueber die Immissionssituation im Belastungsgebiet Kassel, wie sie durch die Flechtenkartierung beschrieben wird, stimmt nicht mit den Ergebnissen der Immissionsmessungen aus den letzten Jahren (Luftreinhalteplan Kassel Teil II (12), Lufthygienischer Jahresbericht (13)) ueberein. Die Immissionsbelastung durch Schwefeldioxid (SO2) ist an den Immissionsmesstationen in Kassel in den letzten 10 Jahren um mehr als 60% zurueckgegangen und liegt derzeit deutlich unter dem Leitwert fuer SO2 von 40 Myg/Kubikmeter der EG-Richtlinie (14), der eine gute Luftqualitaet beschreiben soll. Zu dokumentieren bleibt allerdings noch die Frage, ob die Sulfatdeposition aus der Atmosphaere in vergleichbarem Umfang wie die SO2-Konzentration abgenommen hat. Aus der Flechtenbestandsaufnahme selbst ergibt sich allerdings auch der Hinweis, dass sich die Immissionslage in Kassel in letzter Zeit verbessert hat. Darauf deuten vor allem viele Jugendstadien von neu eingewanderten Flechten hin. Diese Entwicklung ist auch in anderen Belastungsgebieten zu erkennen. Vor allem im Ruhrgebiet ist eine Wiederbesiedlung mit empfindlichen Flechtenarten festzustellen (15). Der Ferntransport von Schadstoffen aus den neuen Bundeslaendern, der in frueheren Jahren deutlich zur Immissionsbelastung in Kassel beigetragen hat, wird durch die dort anlaufenden Massnahmen zur Emissionsminderung mittel- bis langfristig gesenkt werden; dies duerfte sich wie andere emissionsmindernde Massnahmen....
ExemplarnummerSignaturLeihkategorieFilialeLeihstatus
141811912419ZeitschriftZeitschriftenmagazinVerfügbar