Titel
Stoffumsaetze in Lochhieben
Verfasser
Erscheinungsort
Göttingen
Erscheinungsjahr
1994
Seiten
181 S.
Illustrationen
zahlr. Lit. Ang.
Material
Bandaufführung
Standardsignatur
12164
Datensatznummer
47397
Quelle
Abstract
Die vorliegende Untersuchung war dazu bestimmt, die Auswirkungen einer Buchennaturverjuengung in Lochhieben auf Zersetzungs- und Mineralisationsprozesse sowie auf den Stoffhaushalt zu beschreiben. Darueber hinaus wurden die Mechanismen der Naehrstoffretention untersucht. Die Versuchsflaechen lagen in einem ca. 150jaehrigen Buchenwald im Solling in direkter Nachbarschaft zur B1-Flaeche (IBP-Flaeche). Der Bestand stockt auf einer podsoligen Braunerde, die Humusform ist ein typischer Moder. Im Herbst 1989 wurden vier Lochhiebe von 30m Durchmesser angelegt, von denen zwei mit 3t ha-1 feingemahlenem Dolomit gekalkt wurden. Entlang von Transekten vom Bestand bis in die Lochhiebmitte wurden in den Jahren 1990-1992 Niederschlag, Steufall, Bodenloesungschemie, Bodensaugspannung und - temperatur sowie das Wurzelwachstum untersucht. Da in Lochhieben das Mikroklima kleinraeumig sehr variiert, wurden diese Transekte als mikroklimatische Gradienten angesehen. Darueber hinaus wurden die in situ- Stickstoffmineralisation, die jahreszeitliche Dynamik der mikrobiellen Biomasse des Bodens (beides in Humusauflage und 0-20cm Mineralboden) sowie Streu- und Wurzelzersetzung zwischen dem Bestand und gekalkten und ungekalkten Lochhieben verglichen. In Langzeit-Laborinkubationen von Humus- und Mineralbodenproben wurde die Qualitaet der organischen Substanz ermittelt. Infolge hoeheren Schneefalls im Winter lagen die durchschnittlichen Jahresniederschlaege im nordoestlichen Teil des Lochhiebs ueber den Freilandniederschlaegen. Zur Mitte der Luecke hin nahm der Streufall etwa um die Haelfte ab. Auf den gekalkten Lochhieben wurde dieser Mindereintrag durch die Streu einer von Epilobium angustifolium dominierten Begleitvegetation, die eine oberirdische Biomasse von 2,8t ha-1 entwickelte, mehr als kompensiert. Auf den ungekalkten Lochhieben fand sich keine nennenswerte Bodenvegetation ein. Die Bodentemperatur stieg nur im Norden des Lochhiebs an, wo ein Hoechstmass an direkter Sonneneinstrahlung auftraf. Die Lochhiebe wiesen das ganze Jahr ueber sehr hohe Bodenwassergehalte auf, waehrend unter dem Bestand deutliche Trockenperioden im Spaetsommer zu verzeichnen waren. Die hoechsten Raten der in situ Stickstoffmineralisation wurden waehrend eines 14monatigen Zeitraumes mit 99kg N ha-1 im Bestand gemessen. Hingegen fanden sich lediglich Raten von 67kg ha-1 auf dem ungekalkten und von 65kg ha-1 auf dem gekalkten Lochhieb. Die Minderbestimmung auf den Lochhieben beruht vermutlich auf hoher Denitrifikation. Die Nitrifikation wurde durch die Auflichtung, mehr aber durch die Kalkung gefoerdert. Durch den Einsatz spezifischer Nitrifikationshemmer konnte gezeigt werden, dass die Kalkung autotrophe Nitrifikation induzierte, waehrend auf den ungekalkten Flaechen die Nitrifikation durch Heterotrophe betrieben wurde. Die Verteilung der mikrobiellen Biomasse innerhalb des untersuchten ...