Titel
Die Wurzelentwicklung der Fichte (Picea abies (L.) Karst.) bei unterschiedlichen chemischen Bodenbedingungen
Verfasser
Erscheinungsort
Göttingen
Erscheinungsjahr
1994
Seiten
128 S.
Illustrationen
zahlr. Lit. Ang.
Material
Bandaufführung
Standardsignatur
12164
Datensatznummer
47391
Quelle
Abstract
Die Fichte weist eine weite Standortsamplitude auf und besitzt die Fähigkeit, sich mit ihrem Wurzelsystem den unterschiedlichsten Bodenbedingungen anzupassen. Sie ist daher in der Lage, selbst Extremstandorte zu besiedeln. Sauerstoffarmut begrenzt ihr Wurzelwachstum, so dass sie gegenüber Wechselfeuchtigkeit und Staunässe empfindlich reagiert. Die Wurzeln der Fichte dringen nicht in Grundwasserbereiche ein und meiden dichtgelagertes Substrat; die Fichte vermag nicht, festes anstehendes Gestein zu durchwurzeln. Wie unterschiedliche chemische Bodenzustaende sich auf die Wurzelentwicklung der Fichte auswirken, war Gegenstand dieser Untersuchung. Methodik - Zu diesem Zweck wurden Fichtenbestände der natürlichen Altersstufen angehender Jungbestand, angehendes Stangenholz und angehendes Baumholz auf ausreichend durchlüfteten basenreichen, tiefgründigen Löss-Kolluvien in geschützter Lage (optimale chemische Bodenbedingungen, Kolluvium - Grünlandaufforstungen) sowie auf ausreichend durchlüfteten basenarmen tertiären Sanden bzw. Fliesserden in exponierten Lagen (pessimale chemische Bodenbedingungen, (Braunerde-) Podsol - teils devastierte Waldböden) für die Untersuchungen ausgewählt. Auf jedem der 6 Standorte wurde das strukturelle Wurzelsystem einer (vor)herrschenden Fichte (alle Wurzeln mit einem Basisdurchmesser >2mm) vollständig freigelegt, vermessen und aufgenommen. Wachstumsstörungen der Wurzeln wurden vermerkt. Mit Hilfe der hier gewonnenen Daten erfolgte die Ermittlung von Längen und Massen der Strukturwurzeln nach Durchmesserkategorien, Entfernungs- und Tiefenstufen. Um den Wuchsverlauf der Wurzelsysteme nachzeichnen zu können, wurden darueber hinaus an ausgewählten Wurzelsträngen die Zuwachsringe (Jahrringe) bestimmt. Zugleich geschah eine Aufnahme von Bestandes-, Baum- und Bodenmerkmalen, von Boden und Wurzeln wurden chemische Analysen durchgeführt. Die Bestimmung ergaenzender Boden- und Feinwurzelparameter erfolgte an volumengerechten Bodenproben, die aus Bodenbohrungen gewonnen wurden. Schliesslich konnten aus den bei den Freilegungen gewonnenen Daten perspektivische Profil- und Aufsichtzeichnungen der strukturellen Wurzelsysteme erstellt werden. Ergebnisse - Die Kolluvien der Optimalstandorte weisen eine intensive Bioturbation auf. Das Bodenprofil befindet sich groesstenteils im Bereich der Kohlensäure-Silikatpufferung und geht bei fortgeschrittenem Bestandesalter im Oberboden in die Austauschpufferung ueber. Insgesamt ist hier die Heterogenität der Bodenbedingungen relativ gering, im Einklang mit der hohen Basensättigung stehen auf diesen Standorten die hohen Basenvorräte. Das im Boden austauschbar vorliegende Ca und Mg übertrifft die in Baumhölzern aufgespeicherten Vorräte um z.T. weit über das 30-50 -fache.