Titel
Die Auwälder der Donau in Österreich
Paralleltitel
The Bottomland Forests of the Danube in Austria = Les forets fluviales du Danube en Autriche
Verfasser
Erscheinungsort
Wien
Verlag
Erscheinungsjahr
1974
Seiten
287 S.
Material
Bandaufführung
Standardsignatur
673; Oss-1223
Datensatznummer
4689
Quelle
Abstract
In vorgeschichtlicher und geschichtlicher Zeit war die Donau Lebensquell seiner Landschaft. Vor allem im Tullner Feld und Marchfeld begleiten heute noch breite Auen den Strom. Die Auwälder der Donau von Passau bis Hsinburg sind jedoch nicht einheitlich, weil sie auf einer 350 km langen Strecke in verschiedenen Klimagebieten liegen. Die Donauauen Österreichs wurden standortskundlich bearbeitet und damit eine Grundlage für Aufgaben der Forstwirtschaft und Landeskultur geschaffen. Die Bearbeitung ergab, daß die ursprünglichen Auwälder durch frühzeitige Nutzung, durch jahrhundertelange Nieder- und Mittelwaldwirtschaft weitgehend abgewandelt wurden und sekundäre Waldtypen entstanden. Besonders einschneidend sind die Veränderungen, welche durch die Stromregulierung verursacht worden sind. Die Auwälder wurden in Wuchsgebiete und Wuchsbezirke unterteilt und für die unterschiedlichen Räume jeweils Standortsgliederungen durchgeführt. Die Standortseinheiten bzw. Waldtypen sind beschrieben und es wird eine Darstellung der Aulandschaft von Passau bis Hainburg vermittelt. Darüber hinaus wurde eine Standortskartierung durchgeführt und Standortskarten über eine Fläche von bisher ca. 20.000 ha hergestellt. Die noch ausstehenden Gebiete werden weiter aufgenommen. Die Standortskarten sind im Maßstab 1:10.000 erstellt und es besteht die Absicht, ein Kartenwerk über die gesamten österreichischen Donauauen im Maßstab 1:25.000 herauszugeben. Es wurde mit dieser Dokumentation einer kulturellen Verpflichtung Folge geleistet und Grundlagen für Zwecke des Wirtschafts- und Erholungswaldes, sowie vorsorgende Maßnahmen im Zusammenhang mit den Kraftwerksbauten geschaffen. Die Auwaldkartierung ist eine Dokumentation über den heutigen Auwald, die in einer Zeit entstand, in der es noch möglich war, die natürliche Auwalddynamik zuerkennen. Durch die Kraftwerksbauten werden die Donauauen hochwassersicher und damit ihre bisherige Entwicklung endgültig verlieren und mehr als bisher in Hartwälder übergeführt. Bereits die Donauregulierung hat weitgehend in das natürliche Gefüge eingegriffen und die Auwälder verändert. Im Marchfeld hat der Hubertusdamm die Auen in "abgedämmte" und "offene" Auen getrennt und damit eine Entwicklung eingeleitet, welche die Auwälder immer mehr zu Landwäldern machte. Abgesehen von wirtschaftlichen Überlegungen ist eine Zustandserfassung des heutigen Auwaldes auch eine kulturelle Verpflichtung. Bemerkenswert sind die Aussagen über Gerinne und Gewässer, die immer mehr verlanden, ebenso die Hinweise auf eine mögliche Landschaftsgestaltung. Aufgezählt werden die Baum- und Straucharten der Au, die zwei heimischen Eschen (Edelesche und Quirlesche) und deren Bastarde. Beschrieben sind die Auwaldtypen der Weichen- und Harten Auen sowie deren Entwicklungstendenzen. Der praktischen Forstwirtschaft dienen Hinweise über die Baumartenwähl und waldbauliche Behandlung. Von besonderem Interesse sind die Ausführungen über die Betriebsformen sowie die natürlichen und abgewandelten Auwaldtypen. Belegt sind die Aussagen durch Profilbeschreibungen, Bodenanalysen und Vegetationstabellen. Ein Kapitel gilt der Beschreibung größerer Auwaldgebiete mit Hinweisen auf Verändenangen durch Wirtschaft und Industrie.