Titel
Die Pflanzzeit in ihrem Einfluss auf die Entwicklung der Fichte und Weissföhre : Eine waldbaulich-physiologische Studie
Verfasser
Körperschaft
Erscheinungsort
Wien
Verlag
Erscheinungsjahr
1892
Seiten
72 S.
Illustrationen
9 Taf.
Material
Bandaufführung
Digitales Dokument
Standardsignatur
673
Datensatznummer
4363
Quelle
Abstract
Die für die forstliche Praxis wichtigen Schlüsse aus den vorstehenden Untersuchungen lassen sich in folgenden kurzen Worten zusammenfassen mit der Betonung, daß sie zuvörderst nur für Fichte, Weiß- und Schwarzföhre Giltigkeit haben. 1. Die Verluste der verschiedenen Monatspflanzungen im Jahre der Cultur selbst steigen in unseren Breiten vom April bis zum Juli oder August in stetiger Curve, um sodann zum October hin zu fallen. 2. Die Zunahme der Eingänge in den einzelnen Monatspflanzungen ist in dem der Cultur folgenden Jahre eine von der Frülijahrscultur zur Herbstpflanzung hin im Allgemeinen steigende, so zwar, daß die Curve der Verlustprocente, welche im ersten Jahr vorn Juli oder August gegen den Herbst zu stark fiel, im zweiten Jahre bei der Fichte in derselben Periode nur wenig fällt, bei der Weißföhre aber stark ansteigt. 3. Die Wachsthumsleistungen (Jahrestrieblängen, Maßenzunahme und allgemeiner Gesundheitszustand) der Pflanzen aus den verschiedenen Monatsculturen sind in den der Pflanzung folgenden Jahren um so geringer, je später im Jahre die Pflanzcultur vorgenommen wurde. Die Unterschiede sind im Allgemeinen so bedeutende, daß sie die vollste Würdigung der forstlichen Praxis beanspruchen dürfen. Die im zweiten Jahre nach der Cultur von der Frühjahrs- und Herbstpflanzzeit sich steigernde Zunahme der Verlustprocente (cf. Punkt 2) hängt mit den Wachsthumsleistungen dieser selben Periode innig zusammen. 4. Ein Anwachsen der Culturen im Jahre der Pflanzung kann nur dann stattfinden, wenn das Versetzen spätestens Ende August bis Mitte September erfolgt war. 5. Durch eine späte Pflanzung im Nachsommer oder Herbst wird das Wurzelsystem in einen krankhaften Zustand gebracht, daß zu fürchten steht, die Pfianzenindividuen könnten aus diesem Zustande für ihr weiteres Leben einen irreparablen Schaden davontragen. ). 6. Die Herbstpflanzung ist aus der forstlichen Praxis ganz zu verbannen, weil sie gegenüber der Frülijahrscultur gar keine Vortheile in sich scliließt, und selbst auf nassen Standorten die Pflanzung mit größerem Erfolge im Vorsommer durchgeführt werden kann als im Herbst. In allen jenen Fällen, in welchen man im Frühjahre selbst mit der Pflanzung nicht fertig werden kann, dehne man lieber die Culturzeit bis Ende Mai aus oder vollende die Cultur erst im nächsten Frühling, da die geringen Wachsthumsleistungen der Herbstculturen in den der Pflanzung folgenden Jahren den Verlust des einjährigen Zuwachses bei Weitem überwiegen und überdies die Herbstpflanzungen stets höhere Verluste aufweisen als Frühjahrsculturen, hier also auch das finanzielle Moment stark zu Gunsten der Frühjahrspflanzung in's Gewicht fällt. Auch etwa nothwendig werdende Nachbesserungen vollführe man erst im folgenden Frühjahre, nachzu offenbaren.7. Die beste Pflanzzeit für Fichte und die Föhren bleibt das Frühjahr. Die Fichte und Schwarzföhre lassen sich da vor dem Antreiben und auch eine kurze, immerhin bis zwei Wochen dauernde Zeit nach Beginn des Triebes mit beinahe gleichem Gesammtculturerfolge versetzen. versetzen. . Die Weißföhre verträgt die Ausdehnung der Pflanzzeit weit über den Triebbeginn hinaus unverhältnißmäßig schlechter. 8. Die Weißföhre ist gegen eine unzeitige Pflanzung, wie überhaupt gegen die Eingriffe des Pflanzactes bedeutend empfindlicher als Fichte und Scliwarzföhre.