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  • Titel
    Walddynamik nach Borkenkäferbefall in den Hochlagen des Bayerischen Waldes : Dissertation, Technische Universität München. Studienfakultät für Forstwissenschaft und Ressourcenmanagement
  • Paralleltitel
    Dynamics of natural regeneration after bark-beetle attack in the highlands of the Bavarian Forest
  • Verfasser
  • Erscheinungsort
    München
  • Verlag
  • Erscheinungsjahr
    2002
  • Seiten
    167 S.
  • Illustrationen
    40 Abb., zahlr. Lit. Ang.
  • Material
    Serie
  • Standardsignatur
    14838
  • Datensatznummer
    400097201
  • Bestand
    Ziel der vorliegende Arbeit ist die Untersuchung der Vegetationsdynamik in den durch Borkenkäferbefall ganz oder teilweise abgestorbenen Waldbeständen des Nationalparkes Bayerischer Wald. Nach den Sturmwürfen 1983/1984 kam es in den Hochlagen des Nationalparks zu einer Borkenkäfermassenvermehrung, die ihren Höhepunkt in den Jahren 1996/1997 erreichte und bis heute anhält. Bis zum Jahr 2000 waren 85% der natürlich vorkommenden Bergfichtenwälder in den Hochlagen abgestorben. Zugleich wurde der Nationalpark im Jahr 1997 erweitert. Im Erweiterungsgebiet werden, im Gegensatz zum Altgebiet, zeitlich begrenzt Maßnahmen zur Borkenkäferbekämpfung und Pflanzungen durchgeführt. Neben der detaillierten Untersuchung der Verjüngung im Initialstadium (insbesondere intra- und interspezifische Konkurrenz) werden die Schädigung der Altbestände, Veränderungen der Bodenvegetation, sowie das Diasporenreservoir analysiert. Bei den im Untersuchungsgebiet erfassten Verjüngungspflanzen handelt es sich fast ausschließlich um Fichten im Initialstadium (Keimjahrgang 1996). Die durchschnittliche Verjüngungsdichte reduzierte sich in den untersuchten Beständen von etwa 30.000 Pflanzen/ha (1998) auf weniger als die Hälfte (2000). Haupteinflussfaktor auf die Verjüngungsdichte ist dabei die Höhenlage: Werten von ca. 50.000 Pflanzen/ha unter 1.275 m stehen lediglich 2.400 Pflanzen/ha in höheren Lagen gegenüber. In den tieferen Lagen ist auch eine Beeinflussung der Verjüngungsentwicklung durch den Absterbegerad des Altbestandes nachweisbar. Als Hauptausfallursache ist die Überdeckung der Pflanzen durch Nadelstreu der geschädigten Altfichten zu nennen. Die Überlebenswahrscheinlichkeit der Pflanzen steigt mit zunehmender Sprosshöhe, allerdings sind die jährlichen Höhenzuwächse sehr gering. Die Verjüngung ist bei der Etablierung auf Kleinstrukturen (Nadelstreustandorte, Stöcke, Stockachseln) angewiesen. Die Verjüngung ist sowohl in den einzelnen Untersuchungsbeständen als auch im gesamten Hochlagenbereich ungleichmässig verteilt vorhanden. Die Artenzahl, der durchschnittliche Deckungsgrad und die Häufigkeit der Pflanzen in der Bodenvegetation veränderte sich im dreijährigen Untersuchungszeitraum nur geringfügig; lediglich Arten der Schlagflora kamen vereinzelt hinzu. Als wesentliche Einflussgröße auf Deckungsgrad und Entwicklung der Bodenvegetation ist der Absterbegrad der Altbestände zu sehen. Die Zahl keimfähiger Samen im Diasporenreservoir liegt bei durchschnittlich 887/m¬. Die Samenbank wird dabei meist von ein bis zwei Arten dominiert. Auffallend ist, dass einige Arten zwar auf der Fläche sehr häufig mit hohen Deckungsgraden vorkommen, aber im Reservoir nur vereinzelt vorhanden sind. Daraus kann abgeleitet werden, dass sich diese dominanten Arten vorwiegend vegetativ vermehren. Die Ergebnisse dieser Arbeit geben Einblick in die Dynamik der Hochlagenbestände nach großflächigem Absterben der Baumschicht. Obwohl der Zeitraum dieser Untersuchung auf drei Jahre begrenzt war, können dennoch grundlegende Prozesse in der Wiederverjüngung der Bestände aufgezeigt werden. Darüber hinaus lassen sich Prognosen für eine mögliche Entwicklung der Verjüngungszahlen in den nächsten Jahren und nicht zuletzt Empfehlungen für die zukünftige Behandlung der Hochlagenbestände ableiten.
ExemplarnummerSignaturLeihkategorieFilialeLeihstatus
1001820714838MonographieVerfügbar