Titel
Moegliche Wirkungen von Stickstoff aus landwirtschaftlicher Sicht : Waldschadensforschung in der Schweiz. Stand der Kenntnisse
Verfasser
Körperschaft
Erscheinungsort
Birmensdorf
Verlag
Erscheinungsjahr
1992
Seiten
S. 113-126
Illustrationen
14 Abb., 5 Tab., 22 Lit. Ang.
Material
Serie
Standardsignatur
12950
Datensatznummer
400072106
Bestand
Stickstoff (N) wird in grossen Mengen zwischen Luft, Boden, Wasser und Lebewesen in Wald, Landwirtschaft und menschlich beeinflussten Raeumen ausgetauscht. Er ist raeumlich mobil und tritt in umwelt- und biorelevanten Formen wie Ammoniak, Ammonium, Nitrat, Stickoxiden und Lachgas auf. Nach der Duengung und Ueberduengung landwirtschaftlicher Boeden mit Stickstoff koennen folgende Phaenomene beobachtet werden: Erhoehte Ertraege und Nitratgehalte der Kulturen, Verminderung der Pflanzenartenzahl verbunden mit einer Artverminderung von natuerlich vorkommenden tierischen Lebewesen, erhoehter Schaedlings- und Pathogenbefall, Veraenderung der Bodeneigenschaften (pH- Absenkung, erhoehte Schwermetallverfuegbarkeit, veraenderte Naehrstoffverfuegbarkeit), erhoehte Nitrat- und Denitrifikationsverluste. Hypothetisch koennen fuer den Wald und seine Vegetation analoge Phaenomene postuliert werden. Die N-Eintraege in den Wald duerften im Durchschnitt deutlich ueber dem N-Bedarf des Waldes liegen. Offen bleibt, wie gross die N- Eliminationskapazitaet des Waldoekosystems ist, ohne dass die Vegetation von der N-Ueberduengung betroffen ist. Die Emission der fuer den Wald bedeutsamen N- Verbindungen Ammoniak und Stickoxide hat sich seit 1950 insgesamt verdoppelt. Zur N-Entlastung der Waelder und natuerlichen Oekosysteme muessen die Emissionen von NOx und NH3 aus den Quellengruppen Verkehr, Haushalt, Industrie und Landwirtschaft drastisch gesenkt werden. Die Immissionsgrenzwerte der Luftreinhalteverordnung (LRVm 1985) von Stickstoffdioxid (Jahresmittelwert 30 Myg No2/Kubikmeter, 95 Prozent der 1/2-h Mittelwerte eines Jahres kleiner gleich 100 Myg NO2/Kubikmeter) muessen eingehalten werden. Zu pruefen ist ein Immissionsgrenzwert fuer Ammoniak. Immissionsoekologische Waldforschungsuntersuchungen im Zusammenhang mit dem Stickstoff sind angezeigt.
Quelle