Titel
Waldzustandsbericht 2022- NW-FVA
Körperschaft
Erscheinungsort
Göttingen
Verlag
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
39 S.
Material
Bandaufführung
Digitales Dokument
Standardsignatur
12421
Datensatznummer
40003540
Quelle
Abstract
Die Klimakrise verändert den Wald, wie wir ihn kennen. Und das geschieht in unfassbar schnellem Tempo. Wir müssen den Klimawandel eindämmen, um den Zustand des Waldes zu stabilisieren. Zugleich gilt es, jetzt den Wald von morgen aufzubauen. Unser Credo ist: Wir machen den Wald klimastabil. Investitionen in den Wald sind daher auch Schwerpunkt im Doppelhaushalt 2023/2024. Hier sind für die kommenden beiden Jahre insgesamt 155 Millionen Euro für Wiederbewaldung und den Waldumbau vorgesehen. Wo es möglich ist, setzen wir darauf, dass der Wald sich natürlich verjüngt. Dort wo gepflanzt wird, soll eine Mischung mehrerer standortgerechter und möglichst heimischer Baumarten zum Einsatz kommen. Der Aufbau artenreicher und klimastabiler Wälder und die zielgerichtete Wiederbewaldung der großen Schadflächen in Hessen haben höchste Priorität und werden umfassend fortgesetzt. Die Hessische Landesregierung unterstützt alle Waldbesitzenden bei dieser großen Aufgabe. So wurden unter Federführung der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt im Rahmen des Integrierten Klimaschutzplans Hessen 2025 Klimarisikokarten für den Wald in Hessen erstellt, Waldentwicklungsziele beschrieben und Baumartenempfehlungen ausgesprochen. Die Ergebnisse stehen allen Waldbesitzenden in Hessen für einen zukunftsfähigen Waldaufbau als Beratungsgrundlage zur Verfügung. Im Rahmen des neuen Klimaplans Hessen sollen ab 2023 Maßnahmen zur Steigerung des Wasserrückhalts im Wald umgesetzt und der Aufbau klimastabiler Wälder vorangetrieben und durch weitere Forschungen unterstützt werden. Denn der Wald in seiner jetzigen Form leidet. Nach dem eher feuchten Jahr 2021 war die Hoffnung auf eine leichte Abschwächung der Schäden groß. Doch die Waldschäden durch Hitze und Trockenheit, die 2019 ihren Anfang nahmen, setzen sich in 2022 fort. Bereits die Jahre 2018 bis 2020 fielen deutlich zu trocken und zu warm aus, diese Tendenz zeichnet sich auch für 2022 ab. Die Daten des Deutschen Wetterdienstes belegen für Hessen einen Sommer mit außergewöhnlich viel Sonnenschein, hohen Temperaturen und den geringsten Niederschlägen seit Beginn der Aufzeichnungen in 1881. So kam es seit Jahresbeginn zu mindestens 260 Waldbränden in Hessen und damit dem intensivsten Waldbrandjahr seit 1976. Sehr große Schäden konnten nur durch das rasche Zusammenwirken vieler Kräfte bei der Waldbrandbekämpfung verhindert werden.