- TitelWaldschutzüberblick 2019
- Verfasser
- ErscheinungsortBirmensdorf
- Verlag
- Erscheinungsjahr2020
- Seiten23 S.
- MaterialBandaufführung
- Digitales Dokument
- Standardsignatur16994
- Datensatznummer40001133
- Quelle
- AbstractEin Jahr nach dem extremen Sommer (2018) hat sich die Situation nicht wirklich beruhigt. Die Käferholzmengen für die Fichte erreichen den zweithöchsten Stand für die Schweiz nach Lothar. Auch Weisstannen sterben häufig ab, als Opfer von Borkenkäfern und des Hallimaschs. Für Laubbäume wurden die Konsequenzen der Sommerdürre 2018 oftmals erst im Frühling 2019 deutlich. Die Buche gehört zu jenen Arten, die besonders stark gelitten haben. Schon 2018 hatte sie mit auffälligen Laubverfärbungen und frühzeitigem Laubfall reagiert. Der Gesundheitszustand des Waldes hat sich über die letzten Jahre vielerorts zugespitzt. Für 2019 bekam Waldschutz Schweiz insgesamt 564 Anfragen für Diagnose / Beratung, davon 342 aus dem Wald (60 %). Der Anteil an Waldberatungen erreicht damit im Vergleich zu den letzten Jahren einen Höchststand (2017: 36.4 % ; 2018: 52 %). Diese Zunahme an Waldberatungen spiegelt die angespannte sanitäre Lage von Schweizer Wäldern infolge der Sommerdürre 2018. Bei den Bäumen, die Anfang 2019 nicht mehr austrieben, war eindeutig die Trockenheit schuld. Anders war es bei schwach bis mittelstark geschädigten Bäumen. Oft glichen die beobachteten Schäden typischen Symptomen von gefährlichen Schadorganismen. Kronensterben mit Insektenlöchern bei Ahornen führten zum ALB - Verdacht. Beim Schleimfluss an diversen Laubbäumen wurde häufig eine Phytophthora - Infektion vermutet. Jeder dieser Fälle musste detailliert untersucht werden, bevor Entwarnung gegeben werden konnte. Im Nachhinein war jedoch klar: Es handelte sich mehrheitlich um Folgereaktionen auf die Dürre 2018 oder um Befälle durch Sekundärschädlinge und Opportunisten. Es wurde keine Zunahme von Quarantäneorganismen festgestellt.Während sich die Situation mit Quarantäneorganismen in der Schweiz etwas beruhigt hat, unter anderem durch die erfolgreiche Tilgung aller Freilandbefälle des Asiatischen Laubholzbockkäfers, ist seitens Regelung von Schadorganismen viel passiert. Denn auch in Zukunft kann es zu Neueinschleppungen kommen. Die Anpassung der gesetzlichen Grundlagen schafft bessere Voraussetzungen, solchen künftigen Herausforderungen erfolgreich zu begegnen. Seit dem ersten Januar 2020 sind in der Schweiz zwei neue Verordnungen in Kraft: die Pflanzengesundheitsverordnung (PGesV) und die Verordnung des WBF und des UVEK zur Pflanzengesundheitsverordnung (PGesVWBF- UVEK). Mit strengeren Vorschriften und erhöhten Präventionsmassnahmen wird der Schutz von Pflanzen vor besonders gefährlichen Schadorganismen (bgSO) gestärkt. Neue Rechtsgrundlagen wurden erarbeitet, um mit zusätzlichen Instrumenten und gezielteren Massnahmen die Einschleppung, Ansiedelung und Ausbreitung von bgSO zu reduzieren. Die Ausweitung der Pflanzenpasspflicht auf sämtliche Pflanzen und erhöhte Anforderungen für die Einfuhr aus Drittländern sollen neue Einschleppungen verhindern. Neue Kategorien für bgSO und deren Priorisierung sollen ermöglichen, dass die nötigen Ressourcen risikobasiert und effizient eingesetzt werden. Organismen der höchsten Risikokategorie (prioritäre Quarantäneorganismen) sollen aktiv überwacht werden. Das ist natürlich kein leichtes Unterfangen. Um ein entsprechendes System einer Gebietsüberwachung aufzubauen, helfen Pilotkantone (Beide Basel, Graubünden, Tessin, Waadtland und Zürich) während einer Testphase 2020 bis 2021 mit, das erarbeitete Konzept zu testen und zu verbessern. Unter anderem werden Methoden, Abläufe und Ressourcenaufwand geprüft, bevor die Gebietsüberwachung für alle Kantone eingeführt wird.
- Schlagwörter
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