Titel
Wachstum und Erziehung wertvoller Waldkirschen
Verfasser
Erscheinungsort
Freiburg im Breisgau
Verlag
Erscheinungsjahr
1994
Seiten
92 S.
Illustrationen
53 Lit. Ang.
Material
Bandaufführung
Standardsignatur
2354
Datensatznummer
35137
Quelle
Abstract
Die Kirsche ist ein Baum mit ganz besonderen Eigenschaften; wenn man diese nicht beruecksichtigt, erntet man nur minderwertiges Holz. Wenn man sie aber ihrer Eigenart entsprechend wachsen laesst und behandelt, kann man auch heute noch mit von Carlowitz (1713) sagen: "Der Kirschbaum ist einer der profitabelsten, er waechst schneller daher, als sonst kein Baum". Es lohnt, sich gruendlich mit der Kirsche zu gefassen. Das Problem ist: Wie wachsen Wertkirschen und wie kann man sie erziehen? Dazu werden Untersuchungsmethoden entwickelt, zahlreiche Beispiele im Walde untersucht und einige Erziehungsmassnahmen erprobt. Ergebnisse: Im Hoehenwachstum unterscheidet sich die Kirsche von den meisten Baumarten. Sie hat in der Jugend ein sehr rasches Hoehenwachstum, das dann aber immer mehr nachlaesst. Die Kirsche kann etwa die gleiche Endhoehe wie die Eiche erreichen. Im Lichtschacht ist das Hoehenwachstum beguenstigt. Aeste und Kronen verdienen besonder Beachtung. Die Kirsche ist ein Totasterhalter, zur Wertholzerzeugung muss sie geaestet werden. Gruenaestung ist moeglich; wenn bestimmte Regeln eingehalten werden, kann durch Aestung nicht nur die Astreinheit, sonder auch die Gesundheit gefoerdert werden. Bei der Gruenaestung sollten jeweils nur 2-3 Astquirle stehen bleiben, bis eine astreine Schafthoehe von 6-10m erreicht ist. Aus den Jahrringen kann auf die Entwicklung der Kirsche im Lauf ihres Lebens geschlossen werden. Zu beruecksichtigen ist dabei, dass die Kirsche ausserordentlich stark auf die in den einzelnen Jahren sehr unterschiedliche Wasserversorgung reagiert. Auch auf Freistellung reagiert sie rasch; noch im Alter von mehr als 50 Jahren konnte eine Steigerung der Jahrringbreiten auf mehr als 5mm festgestellt werden. Die Standflaeche beeinflusst das Dickenwachstum der Kirsche entscheidend. Im dichten Schluss hat sich am besten die Ermittlung der Standflaeche mit Hilfe der Kronenschirmflaeche, bei lockerem Stand die mit Hilfe der Baumabstaende bewaehrt. Bei sehr lockerem Stand kann ein Baum die Standflaeche nur begrenzt ausnutzen, bei Kirsche wurde dafuer als oberer Grenzwert ein Kreis mit einem Durchmesser von Bhd x 30 ermittelt. Der Zusammenhang zwischen Zuwachs und Standflaeche wird untersucht. Zwischen dem jaehrlichen Grundflaechenzuwachs der Kirsche und ihrer Standflaeche kann ein enger Zusammenhang festgestellt werden. Die Richtigkeit der angewandten Methoden der Ermittlung der Standflaeche und des Grundflaechenzuwachses konnte durch wiederholte Untersuchungen bestaetigt werden. Dieser Zusammenhang wird durch folgende Vereinfachungen leichter messbar gemacht: 1) Statt der Standflaeche und des Grundflaechzuwachses werden Standflaechendurchmesser und Durchmesserzuwachs gegenueber gestellt. 2) Eine "Wachsraumzahl" wird verwendet, wobei der Standflaechendurchmesser durch den Brusthoehendurchmesser geteilt wird (w = Sd : Bhd). 3) Anstelle de..