Titel
Vorkommen des Speierlings (Sorbus domestica L.) in Baden-Wuerttemberg : Erfassung, Bewertung, Erhaltung
Verfasser
Erscheinungsort
Freiburg im Breisgau
Verlag
Erscheinungsjahr
1994
Seiten
212 S.
Illustrationen
58 Lit. Ang.
Material
Bandaufführung
Standardsignatur
2354
Datensatznummer
35133
Quelle
Abstract
Der Speierling (Sorbus domestica L.) zaehlt zu den selteneren Baumarten in Baden-Wuerttemberg. Aufgrund geaenderter Waldbewirtschaftungsformen, ueberhoehter Wildbestaende und einer komplizierten generativen Vermehrung gilt er heute als stark gefaehrdet. Ziel der Arbeit ist einez Zusammenfassung und Ergaenzung der bisherigen Bestandserhebungen der Wald- und Feldspeierlinge in Baden-Wuerttemberg (Inventur) einschliesslich ihrer Bewertung (Evaluierung) und einheitlichen Dokumentation. Die Dokumentation soll Grundlage fuer nachfolgende Art- und Generhaltungsmassnahmen sowie Informationsquelle fuer interessierte Waldbesitzer, Behoerden, Firmen und Privatleute sein. Anhand von Literaturstellen und Hinweisen aus einer vorausgegangenen schriftlichen Erhebung der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Wuerttemberg (FVA) wird ein Ueberblick ueber das Vorkommen des Speierlings in Suedwestdeutschland gegeben. Aus Kapazitaetsgruenden beschraenkt sich die Speierling-Inventur 1993 auf den Bereich Taubergrund und angrenzendes Bauland mit den Forstbezirken Bad Mergentheim, Hardheim, Lauda-Koenigshofen, Tauberbischofsheim und Wertheim. Andere Landesteile sollen zu einem spaeteren Zeitpunkt bearbeitet werden. Nach der Beschreibung des Inventurgebietes und der angewendeten Methoden werden die statistischen Ergebnisse der Erhebung vorgestellt und interpretiert: Mit 1144 in Einzelbeschreibungen und Karten dokumentierten Altspeierlingen ist der Nordosten Baden-Wuerttembergs der z.Zt. noch speierlingreichste Landesteil. Waehrend die Altersstruktur nicht befriedigen kann (insgesamt ueberalterter Bestand bei fehlender Verjuengung), sind die Wuchsleistungen durchaus beachtlich. Der Gesamtholzvorrat wird fuer dei Speierlinge im Inventurgebiet auf ca. 1100 Vorratsfestmeter geschaetzt. Auch die sonstigen Qualitaetsmerkmale wie Wipfel- und Geradschaftigkeit, Drehwuchs, Rinde und Wasserreiser werden durchaus ordentlich beurteilt. Die Ergebnisse hinsichtlich der soziologischen Stellung der inventarisierten Speierlinge sind mit Vorsicht zu interpretieren, da unklar ist, welche natuerlichen und anthropogenen Einfluesse zur heutigen Situation gefuehrt haben. Auffallend ist jedoch, dass die Mehrzahl der Individuen Mitglied im Herrschenden ist. Traufbaeume sind dagegen ausgesprochen selten, was zu Zurueckhaltung bei Verwendung der Baumart im Rahmen der Waldrandgestaltung fuehren sollte. Erfreulich gut ist der Gesundheitszustand. Ca. 84% der Baeume werden als gesund beschrieben. Klar widerlegt wird die gelegentlich geaeusserte Auffassung, der Speierling sei ein ausgesprochener Einzelgaenger. Knapp 75% der Baeume haben in weniger als 100m Entfernung einen potentiellen Bestaeubungspartner. Zahlreiche Baeume stehen nur wenige Meter von einander entfernt. Hier ist jedoch das Vorliegen von Klonen aus Wurzelbrut nicht immer auszuschliessen. Erschreckend ist das Ergebnis ...