Aktionen
Anzeigeoptionen
  • Titel
    Standorte und Waldgesellschaften im Leithagebirge : Revier Sommerein
  • Verfasser
  • Erscheinungsort
    Wien
  • Verlag
  • Erscheinungsjahr
    1990
  • Seiten
    244 S.
  • Illustrationen
    6 Abb., 1 Anh., 1 Karte, zahlr. Lit. Ang.
  • Material
    Bandaufführung
  • Digitales Dokument
  • Standardsignatur
    673; Oss-1295
  • Datensatznummer
    32195
  • Quelle
  • Abstract
    Anhand einer forstlichen Standortskartierung des Reviers Sommerein im Masstab 1 : 10 000 wurden die Böden und Waldgesellschaften des nordöstlichen Leithagebirges eingehend untersucht. Die Standortserkundung ist Grundlage einer waldbaulichen Studie über die Bewirtschaftungsmöglichkeiten dieser bisher vornehmlich mit Ausschlagwald bestockten Standorte. Sie kann als Ausgangspunkt für das gesamte, bisher noch wenig bearbeitete, aber standörtlich vielfältige und waldbauliche problemreiche Laubwaldgebiet im Hügelland des pannonischen Osten Österreichs dienen. Das eher monotone Landschafts- und Waldbild des Leithagebirges verbirgt eine überraschende Vielfalt von Böden und Standorten: Rendsina und Terra fusca auf Leithakalk, kalkhaltige und kalkfreie Braunerde, Parabraunerde und Pseudogley aus Löss und anderen Lockersedimenten sowie z.T. stark saure, magere Felsbraunerden auf Silikatgestein. Oft führt eine Folge mehrerer Verwitterungs- und Sedimentdecken zu recht komplex aufgebauten Bodenprofilen. Neben dem Wasserhaushalt als regional begrenzendem Standortsfaktor ist die Trophie der Böden vorrangig differenzierender Parameter. Andererseits sind Standortsqualität und natürliche Waldgesellschaft auf durchaus gleichen Böden durch lokalklimatische Einflüsse des Mesoreliefs sehr stark differenziert. Sie entscheiden über die Tauglichkeit für Buchen- bzw. Hochwaldbewirtschaftung. Charakteristisch für die warm-trockenen Standorte sind der vergleichsweise geringe Humusgehalt der Böden, intensiver Humusabbau und Neigung zur Verhagerung. Dauerbestockung und optimale Bodenabdeckung zum Schutz der Humusdecke sind daher eine wesentliche waldbauliche Zielsetzung zur Erhaltung des Standortspotentials. Pflanzengeographisch ist das Leithagebirge eine kolline Insel im Pannonicum, welche eher an das pannonische Hügelland Ungarns anschliesst als etwa an die submediterran-illyrisch-dealpin getönten Standorte der Thermenlinie (Wuchsraum 6) und des südöstlichen Alpenrandes. Flächenmässig dominieren kolline Eichen-Hainbuchwald-Gesellschaften mit starker Betonung von Traubeneiche, Sommer- und Winterlinde: Auf Kalk verschiedene Formen des pannonischen Primulae veris-Carpinetum, auf kalkfreiem Substrat das typische Carici pilosae-Carpinetum, dessen Schwerpunkt im Bereich der Slowakischen Karpaten liegt. Die trockenen Standorte leiten zu thermophilen Eichenwäldern über: Auf Silikat zu xerothermen, bodensauren Traubeneichen- Zerreichenwäldern, auf Kalk zu Flaumeichenwäldern, welche dem ebenfalls südslowakisch-ungarischen Corno-Quercetum pubescentis und Ceraso-Quercetum pubescentis nahestehen. Es verdichten sich die Beobachtungen, daß die Leitbaumarten der letzteren beiden Formen zwei verschiedene Eichenarten sind, nämlich Quercus pubescens in der erstgenannten und Quercus viriginiana in der zweitgenannten Assoziation. In den Eschen-Schwarzerlen-GrabenWäldern treten Bestände mit Annäherungsformen an die pannonische Quirlesche auf. Auf den Tschernosem-Standorten am Gebirgsrand beginnen die planaren Stieleichen-Hainbuchenwald-Gesellschaften der pannonischen Niederung. Abgeschattete Grabeneinhänge und Kammlagen leiten zum submontanen Carpino-Fagetum über, und sind durchaus zur Hochwaldwirtschaft mit Buche geeignet. Ihr lokales Vorkommen reicht jedoch nicht zur Abgrenzung einer zusammenhängenden submontanen Stufe aus. Die klimatische Grenze für Buche als Wirtschaftsbaumart verläuft mitten durch das Arbeitsgebiet. Die Standortsbonität variiert in weiten Grenzen zwischen 5 und über 26 m Oberhöhe für Traubeneiche. Wie weite Teile des ostösterreichischen Laubwaldgebietes wird auch das Leithagebirge fast ausschließlich als Ausschlagwald bewirtschaftet. Zahlreiche Standorte wären aber durchaus gut tauglich für Hochwald mit Traubeneiche und einer Reihe anderer Edellaubholzarten. Der waldbauliche Beitrag gibt Entscheidungshilfen für die Wahl der Betriebsart und der Baumarten.
ExemplarnummerSignaturLeihkategorieFilialeLeihstatus
1401634673ZeitschriftZeitschriftenmagazinVerfügbar
1401635Oss-1295ZeitschriftFAST OssiachVerfügbar
1401635PDF673PDFelektronische PublikationVerfügbar