Titel
Waldzustandsbericht 2019 für Baden-Württemberg
Verfasser
Körperschaft
Erscheinungsort
Freiburg
Verlag
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
57 S.
Material
Monographie
Digitales Dokument
Standardsignatur
14816
Datensatznummer
205118
Quelle
Abstract
Die Wälder in Baden-Württemberg leisten einen großen Beitrag zum Klimaschutz. Durch eine nach-haltige Waldbewirtschaftung und die Verwendung des Rohstoffes Holz wird ein essentieller Beitrag zur Minderung von schädlichen Klimagasen geleistet. Wälder bieten vielen Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum und stärken so die natürliche Artenviel-falt von Flora und Fauna. Zudem wirken sie ausglei-chend auf das Klima und filtern mit ihrer großen Oberfläche Schadstoffe und Feinstäube aus der Luft. Sie regulieren den Wasserhaushalt und sichern das Trinkwasservorkommen, schützen vor Bodenerosion und Lawinen. Besonders im Ländlichen Raum sichern die Wälder Arbeit und Einkommen und bieten einen vielfältigen Erholungs- und Erlebnis-raum. Gleichzeitig zeigt sich, wie anfällig Baumarten, die wir bisher als klimaresilient eingestuft haben, unter den Folgen von Hitze, Trockenheit und Sturm in den letzten Jahren leiden. Nach der extremen Hitze und Dürre des Vorjahres, die zu einer weitgehenden Austrocknung vieler Waldböden und zu starken Schäden an den Bäumen führte, zeigten sich heute erhebliche Schäden in den Wäldern. Die mittlere Kronenverlichtung der Wälder Baden-Württembergs stieg mit 27,5 Prozent auf den bisherigen Höchststand der gesamten Aufnahmeperiode seit 1985. Gegenüber der bereits im Vorjahr angestiegenen Kronenverlichtung bedeu-tet dies eine weitere Erhöhung um 2,6 Prozentpunkte. Insgesamt gelten damit aktuell 43 Prozent der Waldfläche Baden-Württembergs als deutlich geschädigt.Belastung der Wälder durch Dürre und Hitze. Nachdem bereits das Jahr 2018 durch eine sehr heiße und trockene Witterung gekennzeichnet war, wurden auch während der Sommermonate 2019 ausgespro-chen hohe Lufttemperaturen gemessen. Deutschland-weit war der Sommer 2019 der drittwärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Lediglich in den Jahren 2003 und 2018 war es im Bundesdurchschnitt noch etwas wärmer. In Baden-Württemberg erreichten die Temperaturen zwar nicht die Höchstwerte anderer Bundesländer, allerdings lag die Durchschnittstemperatur mit 18,9 Grad Celsius auch hier deutlich über dem langjährigen Mittel. Zudem war der Sommer 2019 landesweit wieder zu trocken, obgleich in Baden-Württemberg bundesweit noch die höchsten Niederschlagsmengen zu verzeichnen waren. Nach der extremen Dürreperiode des Jahres 2018 mit zehn aufeinanderfolgenden Monaten, in denen unterdurchschnittlich wenig Niederschlag fiel, führte das erneut auftretende Wasserdefizit im Som-mer 2019 zu einer erheblichen Belastung der Waldbe-stände in Baden-Württemberg. Zunehmende Kronenverlichtung bei allen Hauptbaumarten. Der Waldzustand in Baden-Württemberg ist im Jahr 2019 weiterhin stark angespannt. Nach der extremen Hitze und Dürre des Vorjahres, die zu einer weitge-henden Austrocknung vieler Waldböden und zu star-ken Schäden an den Bäumen führte, zeigten sich auch im Jahr 2019 erhebliche Schäden in den Wäldern. Häufig bildeten die Bäume in diesem Frühjahr auffällig kleine Nadeln bzw. Blätter aus. Als typische Symptome von Trockenstress wurden bei den diesjährigen Auf-nahmen außerdem vielerorts eine frühzeitige Verfär-bung bzw. ein frühzeitiger Abwurf der Nadeln bzw. Blätter, insbesondere bei Buche und Hainbuche, aber auch bei Fichte festgestellt. Nicht selten wurde auch ein erhöhter Anteil an trockenen Zweigen und Ästen innerhalb der Baumkronen beobachtet. Die mittlere Kronenverlichtung der Wälder Baden-Württembergs stieg mit 27,5 Prozent auf den bisherigen Höchststand der gesamten Aufnahmeperiode seit 1985. Gegenüber der bereits im Vorjahr angestiegenen Kronenver-lichtung bedeutet dies eine weitere Erhöhung um 2,6 Prozentpunkte. Insgesamt gelten damit aktuell 43 Prozent der Waldfläche Baden-Württembergs als deutlich geschädigt. Die hohe Belastung der Wälder durch die extreme Witterungssituation der vergangenen beiden Jahre zeigt sich im Kronenzustand aller Hauptbaumarten. Die mittlere Kronenverlichtung der Fichte erhöht sich dieses Jahr im Vergleich zum Vorjahr um 3,0 Prozentpunkte auf 24,2 Prozent. Neben reinen Trockenstresssymptomen, die sich negativ auf den Benadelungsgrad der Fichte auswirken, wird der Kronenzustand der Fichte durch den massiven Bor-kenkäferbefall beeinflusst. Das trifft in diesem Jahr ebenso auf die Tanne zu, die als vergleichsweise tiefwurzelnde Baumart im vergangenen Trockenjahr 2018 noch deutlich weniger beeinträchtigt war als die flachwurzelnde Fichte. Nach dem relativ unveränderten Kronenzustand im Vorjahr zeigt die Tanne 2019 einen Anstieg der mittleren Kronenverlichtung um 4,4 Prozentpunkte auf 23,5 Prozent. Für die Kiefer erweisen sich vor allem die trockenen und sandig-kiesigen Standorte der Oberrheinebene zunehmend als problematisch. Hier kommt es zu sehr starken Kronenschäden und flächigem Ausfall.