Abstract
Green Care bildet die ideale Brücke zwischen Land- und Forstwirtschaft und der Bevölkerung. Durch Green Care WALD wird seit 2014 ein weiterer Schritt für ein lebenswertes Österreich gesetzt. Die positiven Wirkungen des Waldes auf den Menschen wurden durch die Studie "Zur Gesundheitswirkung von Waldlandschaften" wissenschaftlich untermauert. Die Studie zeigt, was viele bereits "wussten": Der Wald tut den Menschen gut unabhängig von Alter, Herkunft oder Profession. Zudem wird der Wald als ein Raum wahrgenommen, in dem finanzielle, soziale und kulturelle Unterschiede in den Hintergrund treten. Neben der Schutz-, Nutz-, Wirtschafts- und Erholungsfunktion unterstützt er uns auch in körperlichen und seelischen Belangen. Green Care WALD bietet die Chance, die forstwirtschaftliche Kompetenz eines Betriebes mit sozialen Dienstleistungen zu verbinden und dadurch ein weiteres wirtschaftliches Standbein zu schaffen. Gesunder Beitrag | Österreich hat sich einer Reihe von ökologischen, soziodemografischen und medizinischen Herausforderungen zu stellen. So fühlt sich bereits jede vierte Österreicherin und jeder vierte Österreicher von Burn-out bedroht und im Jahr 2020 wird ein Viertel der Bevölkerung über 60 Jahre alt sein wo das Konzept der Waldgeragogik ansetzt analog zur Waldpädagogik. Green Care soll dazu beitragen, die Gesundheit der Menschen zu erhalten, zu steigern oder wieder herzustellen. Seit 2015 werden waldtherapeutische Maßnahmen angeboten. Mit Green Care WALD kommen wir dem Ziel eines lebenswerten Österreichs für alle wieder einen großen Schritt näher.An den gesunden und stabilen Wald werden viele Erwartungen gerichtet: Er soll uns Holz für Tisch, Haus und Heizung liefern, er soll uns vor Naturgefahren schützen, er sorgt für Artenreichtum, bietet ein gutes Mikroklima und filtert unser Wasser so, dass es dem Ökosystem wieder zugefügt wird, und zwar nicht in Sturzbächen, sondern zeitverzögert. Seit Urzeiten leben Mensch und Tier von ihm und deshalb sind die facettenreichen Begriffe wie Nachhaltigkeit und nachhaltige Nutzung so aktuell wie eh und je. Der Wald nützt und schützt uns aber nicht nur, er hat auch eine soziale Funktion: wohltuende Spaziergänge, sportliche Aktivitäten, lustige Spiele all das trägt dazu bei, den Kopf frei zu bekommen, den müden Körper zu stärken und eine glückliche Kindheit zu erleben. Mit dem Leben in der Stadt und der geringen Fläche an Naturraum hat jedoch eine zunehmende Entfremdung vom Lebensraum Wald eingesetzt: Nervosität, Stress und Burn-out und die damit verbundenen körperlichen Begleiterscheinungen sind ernstzunehmende Warnzeichen unserer Zeit und die Folge der allgemeinen Rahmenbedingungen, in denen wir in unserer Gesellschaft leben. Zeitgemäß | Deshalb halten wir es am Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) für wichtig, dass mit Green Care WALD ein deutliches Signal für die soziale Bedeutung des Waldes gesetzt wurde: Viele Menschen, die sich bereits seit Jahren mit den Themen Wald, Gesundheit und Erholung beschäftigen, können nun mit dem Dach Green Care WALD leichter erreicht werden, sowohl inhaltlich als auch finanziell.Mit Green Care WALD sollen aber vor allem jene Menschen, die von Krankheit, Behinderung betroffen bzw. mit diesen Themen beschäftigt sind, leichter mit jenen Menschen vernetzt werden, die im Wald etwas zur Verfügung stellen wollen: Wald, Wissen und Infrastrukturen für den Gesundheits- und Erholungsbereich. Was bislang noch fehlte, war die wissenschaftliche Aufarbeitung dieser Themen. Das, was wir alle vermutlich seit langem wissen, sollte auch in wissen schaftlichen Aussagen dargestellt werden. Ein wesentlicher Beitrag dazu gelang mit der kürzlich erschienenen Studie mit dem Titel Zur Gesundheitswirkung von Waldlandschaften, die in Kooperation mit dem Institut für Umwelthygiene am Zentrum für Public Health der Medizinischen Universität Wien und dem Institut für Landschaftsentwicklung, Erholungs- und Naturschutzplanung der Universität für Bodenkultur Wien erarbeitet wurde, nachzulesen unter http://bfw.ac.at/greencarewald. In diesem Sinne: Verschreiben Sie sich den Wald!Österreichs Wald in Kürze: Waldfläche nimmt zu: 47,7 Prozent Waldanteil; 3,4 Milliarden Bäume; 65 verschiedene Baumarten; 830.000 Hektar Schutzwald; 20 m³ Totholz pro Hektar (Durchschnitt); 8403 Hektar NaturwaldreservateNeue Wege - neue Chancen; Vom Leben mit dem Wald ; Die Stimmung steigt im Wald; Verschreiben Sie sich den Wald ; Über den „möblierten Wald“ ; Der Wald in allen Lebenslagen; Green Care WALD ; Green Care – das Profil ; Best Practice in Österreich – Gesundheit ; Best Practice in Österreich – Ausbildung ; Potenziale von Green Care WALD ; Wissenswertes, Aktuelle Buch- und CD-Empfehlungen, Webtipps