Titel
Sauerstoffentzug unter luftdichter Silofolie als bekämpfungstechnische Maßnahme bei Buchdrucker-Befall
Paralleltitel
Oxygen depletion under air-tight packing in silage film as potential measure for bark beetle control
Verfasser
Material
Artikel aus einer Zeitschrift
Digitales Dokument
Standardsignatur
12531
Datensatznummer
200212858
Quelle
Abstract
Es wurde untersucht, wie sich die luftdichte Verpackung von Fichtenblochen mit Silofolie auf die Entwicklung und Mortalität von Bruten des Buchdruckers (Ips typographus; Coleoptera, Scolytinae) auswirkt. Natürlich befallene Fichtenfangbäume wurden in 4m-Bloche geschnitten und auf einem Holzlager auf Polter zu 4 m³ gestapelt. Sechs Polter wurden vollständig in eine Lage Silofolie verpackt und die Nähte luftdicht verschweißt. Ein unverhüllter
Polter diente als Kontrolle. Täglich wurde die Sauerstoffkonzentration gemessen. Die Polter wurden zu verschiedenen Zeitpunkten geöffnet. Nur bei zwei Paketen wurde ein Sauerstoffgehalt von 0,5 % unterschritten, zwei wiesen an einigen Tage Sauerstoffgehalte unter 4 % auf, zwei Pakete waren völlig unzureichend abgedichtet. Andauernder Sauerstoffentzug in den beiden dicht verpackten Poltern hatte einen negativen Effekt auf die Entwicklung und das Überleben der Buchdrucker. Nach sieben Tagen Lagerdauer, davon fünf Tage mit Sauerstoffgehalt unter 0,5 %, waren knapp 40 % der untersuchten Individuen noch am Leben. Nach 34 Tagen, davon 18 Tage mit Sauerstoffgehalt unter 0,5 %, war nahezu vollständige Mortalität zu verzeichnen. Neun Tage zwischen 0,5 % und 4 % Sauerstoffgehalt reichten nicht aus, um die Buchdrucker abzutöten. Wir schließen, dass die notwendige, sehr geringe Sauerstoffkonzentration unter 0,5 % über zumindest zwei bis drei Wochen mit dem getesteten einfachen Verfahren in der Praxis schwer zu realisieren sein wird.Schlüsselworte: Folienverpackung, Ips typographus, integriertes Borkenkäfermanagement, Schadholzlagerung, Sauerstoffgehalt