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  • Titel
    Phosphat-Mobilität in Boden und P-Eintrage über Gruppen und Drainagen in Graben charakteristischer Landschaftsräume des niedersächsischen Küstengebietes
  • Paralleltitel
    Phosphate mobility in soils and P-influxes via ditches and drainages in landscape areas characteristic of the coastal region of Lower Saxony
  • Verfasser
  • Material
    Artikel aus einer Zeitschrift
  • Digitales Dokument
  • Standardsignatur
    8632
  • Datensatznummer
    200212460
  • Quelle
  • Abstract
    Die Überschreitung der Orientierungswerte für Phosphor (P) in den Oberflächengewässern Nordwestdeutschlands bedingt bereits ökosystemare Veränderungen durch Eutrophierung, die auch die Nordsee betreffen. Dies stellt ein erhebliches und langfristiges Problem dar. Ziel dieser Untersuchung ist es, schlagbezogen die ursächlichen Nährstoffquellen unter landwirtschaftlich genutztem Grünland inklusive der angeschlossenen Austragswege wie Grüppen, Drainagen und Gräben zu identifizieren. Besondere Berücksichtigung gilt dabei der Düngung und jahreszeitlichen Variabilität in den Küstenlandschaftsräumen Moor, Marsch und Geest sowie ihren organomineralischen Übergängen. An 49 Untersuchungsstandorten, verteilt über die unterschiedlichen Landschaftsräume, wurden im Einzugsgebiet der Jade zwischen 2019 und 2022 Böden sowie Grüppen-, Drainage- und Grabenwässer beprobt. Mit 178 mg PO4 3--P kg-1 lagen die signifikant höchsten P-Gehalte in den Hochmoorböden vor, gefolgt von abnehmenden Gehalten in den Böden der Geest, Niedermoore und Marsch. Zusätzlich wurden die angeschlossenen Austragswege untersucht, also Grüppen bzw. Drainagen. Dabei fanden sich zum einen signifikant die höchsten Konzentrationen mit 0,5 mg PO4 3--P L-1 in den oberflächlich verlaufenden Grüppen der Geest und zum anderen in den Drainagerohren der Hochmoore mit 1,8 mg PO4 3--P L-1. An Standorten mit gleichzeitiger Entwässerung über Grüppen und Drainagen lagen signifikant höhere Abflusskonzentrationen über die Grüppen als über die Drainagen vor. Ebenso wiesen die Hochmoorstandorte mit 0,8 mg PO4 3--P L-1 signifikant höhere Konzentrationen in den angrenzenden Gräben gegenüber den übrigen Landschaftsräumen auf und bedingten infolgedessen das höchste Risiko für die Belastung der Oberflächengewässer mit P. Insgesamt konnte festgestellt werden, dass sich sowohl die Böden als auch die Bewirtschaftung auf die P-Gehalte der Böden sowie die P-Konzentrationen im Grüppen- und Drainageabfluss sowie in den Entwässerungsgräben auswirken. Dennoch war kein unmittelbarer Einfluss der Abflusskonzentrationen auf die Grabenkonzentrationen nachweisbar. Sowohl die Entkopplung von Abfluss- und Grabenkonzentration als auch die saisonale Variabilität der P-Konzentrationen in den Entwässerungsgräben zeigt, dass grabeninterne Umsetzungsprozesse die Konzentrationen an gelöstem P beeinflussen. Dies spiegelt die besondere Komplexität des Grünland-Graben-Systems wider.Keywords: Gräben, Drainagen, Grüppen, Entwässerung, Phosphor, Nordwestdeutschland, Grünland, P-Mobilität, P-Austrag