Titel
Ökoystemleistungen der nichtheimischen Baumarten als Basis der Risiko-Nutzen-Bewertung
Verfasser
Körperschaft
Material
Artikel aus einem Buch
Standardsignatur
18184BU
Datensatznummer
200209887
Quelle
Abstract
Nichtheimische Baumarten stellen als Teil der Wälder, in denen sie vorkommen, Ökosystemleistungen zur Verfügung. Wenn die Wälder verschwinden, dann verschwinden auch ihre Ökosystemleistungen. Im Hinblick auf den Klimawandel bedeutet das, dass ein mehr oder weniger tiefgehendes Eingreifen notwendig wird. Wälder sind aufgrund ihrer vielfältigen Ökosystemleistungen (Holzproduktion, Erhalt von Boden- und Wasserqualität, Biodiversität, etc.) für die Gesellschaft essentiell. Dies gilt umso mehr unter den derzeitigen Bedingungen des Klimawandels, da die Wälder dank ihres Kohlenstoffspeichervermögens und des Substitutionseffektes von Holz einen anerkannten Reduktionsfaktor darstellen. Es stehen bereits mehrere strategische Maßnahmen für kurz- und langfristige Anpassungen zur Verfügung. Diese umfassen unter anderem die Förderung von Forschung an existierenden und neuen nichtheimischen Baumarten, neuen waldbaulichen Modellen und Artzusammensetzungen sowie eine unterstützte Migration von Baumarten. Gegen den Vorschlag, nichtheimische Baumarten einzubringen, wurde oft Einwand erhoben mit der Begründung, dass heimische Arten die Bedürfnisse der Nutzer besser abdecken könnten und diese als einzige dazu fähig wären, nachhaltige Wälder aufzubauen. Mit der Zeit scheint diese Einstellung jedoch zunehmend unhaltbar zu werden. Zwei wichtige Aspekte sind dabei zu berücksichtigen: Einerseits ist es ein Faktum, dass die heutige Waldflora ein Resultat einer Vegetationsentwicklung über geologische Zeiträume und besonders der letzten Eiszeiten ist, die viele Arten ausgelöscht hat. Es könnten daher irgendwo anders auf der Welt andere Arten existieren, die fähig sind, in unserer Region zu gedeihen und Werte zu schaffen. Andererseits ist mittlerweile klar, dass Umweltbedingungen – insbesondere klimatische Bedingungen – nicht unveränderbar sind, und dass es daher sinnvoll oder sogar notwendig ist, nichtheimische oder neue Arten, die lokale Arten in bestimmten Gebieten nutzbringend ersetzen können, zu identifizieren und erforschen. Nichtheimische Baumarten in bestehende natürliche Ökosysteme einzubringen, birgt zahlreiche Risiken (Invasivität der Arten die eingebracht werden sollen, Veränderung der Funktionsweise des Ökosystems, etc.). Trotzdem müssen alle Möglichkeiten in Betracht gezogen werden, da die Wälder nicht dazu fähig sein werden, sich schnell genug an die beobachteten Klimaveränderungen anzupassen und nichtheimische Baumarten dabei helfen können, eine schnellere Anpassungskinetik zu entwickeln als mit heimischen Arten allein erreicht werden kann. Die größten Herausforderungen bei der Eindämmung der Auswirkungen des Klimawandels und der Anpassung an klimatische Veränderungen werden wohl in den Städten zu bewältigen sein. Für diese dicht bevölkerten und bebauten Gebiete, sind globale Reflektionen vonnöten, die beide erwähnten Aspekte integriert, um dringend erforderliche Strategien und Maßnahmen zu finden, die ihre Anfälligkeit reduzieren. Unter den möglichen Maßnahmen stellt die Begrünung von Stadträumen eine potentiell wirksame Vorgehensweise dar, die auch den invasiven Charakter nichtheimischer Arten leichter handhabbar machen kann. Zusätzlich hat die Verwendung von nichtheimischen Baumarten in der Stadt im großen ökologischen Maßstab wesentlich geringere Auswirkungen.