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  • Titel
    Buchenbock bohrt auch in Edelkastanie
  • Verfasser
  • Material
    Artikel aus einer Zeitschrift
  • Standardsignatur
    13466
  • Datensatznummer
    200204680
  • Quelle
  • Abstract
    In einem Stück Edelkastanienholz aus Unterfranken wurden Larvengänge und sogar noch lebende Bockkäfer entdeckt. Die Artbestimmung an der LWF ergab, dass es sich bei dem Fund um den Buchenbock (Cerambyx scopolii) handelte. Diese Art wird auch Kleiner Eichenbock oder Buchenspießbock genannt. Er ist bei weitem nicht so selten wie sein deutlich größerer »Bruder «, der Große Eichenbock (Cerambyx cerdo), aber dennoch aufgrund seiner Wärmeansprüche in Bayern auch nicht gerade häufig. Der Buchenbock erreicht als Käfer eine Länge von circa 19 – 28 mm und ist tiefschwarz gefärbt. Die Flügeldecken und der Halsschild sind stark körnig strukturiert. Die Art entwickelt sich unter der Rinde verschiedener Hartlaubhölzer wie Eiche, Buche, Ulme und eben auch Edelkastanie. Auch in verschiedenen Obstbäumen wie Zwetschge, Walnuss und Vogelkirsche sind Larven dieser Art schon gefunden worden. Die erwachsenen Käfer besuchen gerne Blüten von Doldenblütlern, Mädesüß oder Weißdorn. Die Hauptflugzeit liegt in den Monaten Mai und Juni. Als mäßig wärmeliebend fehlt diese Käferart, obwohl sie weiter verbreitet ist, in den Mittelgebirgen, sie bevorzugt ebene und niedrige Lagen (Neumann 1985; Niehuis 2001). Die von einigen Naturschützern postulierte Artenarmut der Edelkastanie, die erst als Archäophyt mit den Römern nach Mitteleuropa gelangte, haben die Untersuchungen von Segatz (2015) in Rheinland-Pfalz widerlegt. Segatz konnte zeigen, dass Castanea eine Käferfauna aufweist, die der Gattung Quercus höchstähnlich ist.