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  • Titel
    Zustand und Entwicklung siedlungsnaher Wälder - Ergebnisse aus dem LFI
  • Paralleltitel
    State and development of forests close to settlements – results from the NFIEtat et évolution des forêts proches des agglomérations – résultats de l’IFN
  • Verfasser
  • Material
    Artikel aus einer Zeitschrift
  • Standardsignatur
    629
  • Datensatznummer
    200202441
  • Quelle
  • Abstract
    Das Landesforstinventar (LFI) berichtet seit mehr als 30 Jahren über Zustand und Entwicklung des Schweizer Waldes und dessen Leistungen, hier erstmals zum Thema «urbaner Wald». Dazu werden die Wälder in den Schweizer Tieflagen betrachtet, weil sich hier die grossen Ballungsräume befinden. Mangels Definitionen in der Literatur wurde der Wald anhand der Wohnungsdichte im Umkreis der LFI-Probeflächen in siedlungsnahe (urbane) und siedlungsferne Wälder unterteilt. Mithilfe von Indikatoren wurden diese miteinander verglichen, um folgende Fragen zu beantworten: 1) Wie verbreitet sind siedlungsnahe Wälder? 2) Wie unterscheiden sich siedlungsnahe und siedlungsferne Wälder? 3) Ist Potenzial für Nutzungskonflikte vorhanden? 4) Welche Entwicklungen in Bezug auf das Waldgefallen waren in den letzten 20 Jahren zu beobachten? 29% des Waldes in Tieflagen sind siedlungsnah. In fünf von zehn Indikatoren zur Naturausstattung unterscheiden sich siedlungsnahe und siedlungsferne Wälder nicht. Unterschiede zeigen sich im Mischungsgrad und in der Struktur. Zudem sind siedlungsnah mehr Waldstrassen und Erholungseinrichtungen vorhanden, und Wälder mit Vorrangfunktion Erholung sind häufiger. Siedlungsnaher Wald wird unabhängig von seiner Vorrangfunktion intensiver zur Erholung genutzt. Gemäss dem LFI-Naturausstattungsmodell für Erholung hat die Waldfläche mit einer hohen Naturausstattung in den vergangenen 20 Jahren unabhängig von der Siedlungsnähe zugenommen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich siedlungsnahe und siedlungsferne Wälder im Wesentlichen ähneln und ähnlich bewirtschaftet werden, möglicherweise weil den multifunktionalen Ansprüchen seit längerer Zeit Rechnung getragen wird. Durch die intensive Erholungsnutzung im siedlungsnahen Wald der Tieflagen ist auf einem Drittel dieser Fläche ein gewisses Potenzial für Konflikte zwischen Erholungsuchenden und Waldeigentümern gegeben, eine Herausforderung für die Bewirtschafter.For more than 30 years, the national forest inventory (NFI) has been reporting on the state and development of the Swiss forest and its services. Here, for the first time on the topic of “urban forest”, focusing on the forests in the Swiss lowlands, where all urban centers are located. Due to missing definitions we classified the forest according to household equivalents in the vicinity of NFI plots. The forest was classified as either close to settlements (urban) or far from settlements. Using indicators, we compared both categories in order to answer the following questions: 1) How common are forests close to settlements? 2) How do forests close to settlements and far from settlements differ? 3) Is there a potential for conflict of use? 4) Which developments could be observed in relation to forest perception in the last 20 years? 29% of the forest in the lowlands is close to settlements. Five out of ten indicators on forest provision do not differ between both forest categories. Differences occur in relation to the degree of mixture and forest structure. Furthermore, close to settlement forets have more forest roads, recreational facilities and a primary “recreation” function. Regardless of their primary function, forests close to settlements are more intensively used for recreation. Following the NFI model on nature provision for recreation, the forest area with high nature provision has increased in the last 20 years, for all forests. The results indicate that both forest categories are quite similar and are managed in a similar way. Due to the intensive recreational use of lowland forests close to settlements, a certain conflict potential between recreationalists and forest owners is given, posing a challenge for forest managers. Keywords: urban forest, perception, recreation, forest function, national forest inventory