Titel
Das LIFE+ Projekt "Hannoversche Moorgeest" - Wiedervernässung von vier Hochmooren nördlich von Hannover
Paralleltitel
Re-wetting valuable raised bogs in the northern Hannover Region
Verfasser
Erscheinungsort
Bonn
Verlag
Erscheinungsjahr
2015
Material
Artikel aus einer ZeitschriftUnselbständiges Werk
Standardsignatur
15101
Datensatznummer
200191797
Quelle
Abstract
Die vier Hochmoore der "Hannoverschen Moorgeest" gehören trotz gravierender Beeinträchtigungen durch Entwässerung zu den wertvollsten in Niedersachsen. Im Rahmen des 2012 genehmigten LIFE+ Projektes können nun die dringend notwendigen Revitalisierungsmaßnahmen auf 2.240 ha Projektgebietsfläche umgesetzt werden, um wieder mehr Regenwasser in den Mooren zu halten. Davon werden in hohem Maße moortypische FFH-Lebensraumtypen und viele gefährdete Arten profitieren. Hierzu war es notwendig, standortangepasste Leitbilder für die vier Moore zu entwickeln, welche im Einklang mit der FFH-Richtlinie stehen und auch die Lösung naturschutzfachlicher Zielkonflikte beinhalten. Die Erfassung und Bewertung der abiotischen und biotischen Faktoren sind unerlässliche Planungsgrundlagen. Daher wurden ein Pflege- und Entwicklungsplan und ein hydrologisches Gutachten erarbeitet sowie eine Laserscanbefliegung durchgeführt. Eine sozio-ökonomische Analyse komplettiert die Grundlagenerhebung und prognostiziert sowohl Chancen als auch Risiken, die mit der Projektumsetzung für die Grundstückseigentümer und -nutzer verbunden sind. Wichtigste Voraussetzung zur Maßnahmenumsetzung ist die Flächenverfügbarkeit. Ziel ist es, ca. 1.400 ha zu Gunsten des Landes Niedersachsen zu erwerben. Bereits 2012 wurde dazu ein vereinfachtes Flurbereinigungsverfahren eingeleitet, welches dem Freiwilligkeitsprinzip folgt. Den Eigentümern stehen drei Optionen zur Auswahl: Verkauf, Tausch oder Gestattungsvertrag. Ein transparenter Planungsprozess, die Beteiligung der lokalen Interessensgruppen, kontinuierliche Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und eine breite politische Unterstützung haben sich bei der bisherigen Projektumsetzung als Schlüsselfaktoren für die Akzeptanz des Projektes erwiesen. Sie binden jedoch enorme Arbeitskapazitäten. Eine ausreichende personelle und finanzielle Ausstattung des Projektträgers ist für die Umsetzung eines solch komplexen Projektes daher unerlässlich.