Titel
Wachstumsreaktionen junger Weißtannen-Voraussaaten auf Begleitvegetation und Strahlungskonkurrenz
Paralleltitel
Growth of direct-seeded silver fir in response to ground vegetation and light competition = Reactions de croissance de jeunes pousses de sapin pectine, directment issues de semences selectionnees, sur la vegetation d'accompagnement et la concurrence lumineuse
Verfasser
Erscheinungsort
Frankfurt am Main
Verlag
Erscheinungsjahr
2014
Material
Artikel aus einer ZeitschriftUnselbständiges Werk
Standardsignatur
621
Datensatznummer
200184753
Quelle
Abstract
Das Hauptaugenmerk der vorliegenden Untersuchung im sächsischen Erzgebirgsraum (Forstbezirke Marienberg und Eibenstock) war auf das Wachstum vierjähriger WTA-Voraussaaten (Abies alba MILL.) unter Fichtenaltholzschirm (Picea abies L.) gerichtet. Neben der Einbeziehung verschiedener Höhenlagen und Expositionen, erfolgte die Differenzierung der Mikrostandorte im unmittelbaren Umfeld vitaler WTA für die folgenden Bodendeckungen: verschiedene Grasarten, Drahtschmiele (Deschampsia flexuosa (L.) Trin.), Nadelstreu, Moose, Farne, Sauerklee (Oxalis acetosella L.) und Heidelbeere (Vaccinium myrtillus L.). Für die ausgewählten WTA wurden verschiedene ober- und unterirdische Wachstumsgrößen (Spross- und Wurzellänge, Gewicht der Pflanzenteile) sowie deren Allokationen (Analysevariablen) bestimmt. Außerdem erfolgte am jeweiligen Wuchsort der Verjüngungspflanzen die Messung der diffusen Strahlung (DIFN) mit dem LAI-2000 PCA (LI-COR). Die Versuchsanlage war mehrfach geschachtelt (Höhenlage, Fläche, Bodendeckungsvariante). Diese Schachtelung wurde in der Analyse durch entsprechende Zufallseffekte im gemischten linearen Modell abgebildet. Weiterhin wurde es durch die explizite Berücksichtigung der räumlichen Koordinaten jeder einzelnen WTA möglich, auf eine Verletzung der Annahme von unkorrelierten Fehlern (Residuen) innerhalb der Gruppen zu prüfen. Dies geschah mit Hilfe der Methode von Semivariogrammen. Auf diese Weise konnte gezeigt werden, dass Pseudoreplikationen (sensu Hurlbert, 1988) auftraten. Nur die heute verfügbaren Möglichkeiten, die Korrelationsstruktur in den gemischten Modellen an die tatsächlichen Gegebenheiten anzupassen und somit von der Annahme unkorrelierter Modellfehler gezielt abzuweichen, ließ eine uneingeschränkte Auswertbarkeit der Versuchsanlage zu. Die Strahlungsmessungen belegen kleinstandörtliche Unterschiede zwischen den beschriebenen Bodendeckungen. Nadelstreubereiche ohne Bodenvegetation und Bereiche mit Sauerklee wiesen dabei mit 8 bis 9% DIFN die geringsten Werte auf. WTA, die der Bodendeckung Moos zugeordnet wurden, zeigten eine deutliche Überlegenheit in allen erfassten Wachstumsgrößen gegenüber den Verjüngungspflanzen in anderen Bodendeckungsvarianten bei vergleichbaren Strahlungsbedingungen. Ein vergleichsweise geringes Wachstum wiesen demgegenüber die Verjüngungspflanzen bei einer Bodenbedeckung mit Heidelbeere und Gräsern auf. Die mit Abstand schlechtesten Wuchsbedingungen herrschten auf reiner Nadelstreu. Diese Mikrostandorte sind vermutlich durch die Altholzwurzelkonkurrenz und Interzeptionsverluste gekennzeichnet. Ein Einfluss von Höhenlage und Exposition auf das Tannenwachstum konnte nicht belegt werden.