Titel
Sicherung eines nachhaltigen Holzaufkommens
Verfasser
Erscheinungsort
Freising
Verlag
Erscheinungsjahr
2013
Material
Artikel aus einer ZeitschriftUnselbständiges Werk
Standardsignatur
13466
Datensatznummer
200179788
Quelle
Abstract
ihren waldgesetzlichen Bestimmungen zur Sicherung eines nachhaltigen Holzaufkommens beschränken sich die meisten deutschen Länder darauf, die Änderung der Landnutzung genehmigungspflichtig zu machen und die Wiederaufforstung vorzuschreiben. Einige Länder setzen allerdings auch Mindestalter für die Endnutzung von Waldbeständen fest. Es wird gezeigt, dass der jährliche Holzzuwachs von der Höhe der Holzvorräte abhängt. Die Höhe der Zinsforderung der Nutzer bestimmt, welche Nutzungsmengen wirtschaftlich optimal sind. Grundsätzlich kann die Zinsforderung höher liegen, als der Wald an Rendite leisten kann, was eine Waldzerstörung zur Folge haben könnte. Eine Situation unendlich hoher Zinsforderung wurde von Seiten der Wissenschaft den Nutzern frei zugänglicher Ressourcen (Allmende-Ressourcen) unterstellt. Die Forstpolitik setzte daher in vielen Ländern auf die Verstaatlichung von Wald, sofern dieser nicht bereits eindeutig Privateigentum war. Vormals gemeinschaftlich genutzte Wälder wurden dadurch erst zu wirklich frei verfügbaren Ressourcen, weil die Regierungen nicht in der Lage waren, die Nutzungen zu kontrollieren. Zahlreiche historische und aktuelle Beispiele Delegen, dass bei gemeinschaftlicher Nutzung von Wäldem ebenfalls eindeutig abgegrenzte Rechte und Pflichten bestehen können. Anhand der Forschungsarbeiten insbesondere der inzwischen verstorbenen Nobelpreisträgerin Elinor Ostrom werden die Voraussetzungen beschrieben, unter denen eine nachhaltige Bewirtschaftung von Gemeingütern gewährleistet wird. Diese Erkenntnisse basieren sowohl auf Experimenten der Spieltheorie als auch empirischen Studien. Eine wichtige Voraussetzung ist, dass die Nutzer selbst gemeinsame Regeln entwickeln, ihre Einhaltung kontrollieren und notfalls mit Sanktionen auch durchsetzen. Die aus den Markgenossenschaften stammenden historischen Formen gemeinschaftlicher Waldnutzung spielen in Deutschland heute kaum noch eine Rolle. Mit den Forstbetriebsgemeinschaften eröffnen sich inzwischen neue Formen der gemeinschaftlichen Waldbewirtschaftung. Ihre erfolgreiche Entwicklung dürfte gewährleistet sein, wenn die Erkenntnisse aus der -orschung der vergangenen Jahrzehnte beachtet werden.