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  • Titel
    Von der Sylvicultura zur Waldkultur : Die Entwicklung und Umsetzung des Nachhaltigkeitsgedankens in der Forstwirtschaft
  • Verfasser
  • Erscheinungsort
    Freising
  • Verlag
  • Erscheinungsjahr
    2013
  • Material
    Artikel aus einer ZeitschriftUnselbständiges Werk
  • Standardsignatur
    13466
  • Datensatznummer
    200179785
  • Quelle
  • Abstract
    Nachhaltigkeit entsteht in einem mehrhundertjährigen Prozess, der seine Wurzeln in den Niederwäldern und Mittelwäldern der Markgenossen sowie in der systematischen Nadelholzverjüngung und -verbreitung der mittelalterlichen Großgewerbe hat. Dabei entsteht auch der Berufsstand der Forstleute, die bis ins 18. Jahrhundert vor allem für die Durchsetzung von Normen zuständig sind. Die Sylvicultura oeconomica von Hans Carl von Carlowitz fasst das Wissen der Zeit zusammen und bringt erstmals den verdichteten Begriff der nachhaltenden Nutzung. Daran anschließend beginnt mit der Aufklärung ein Prozess der Wissensstrukturierung und der Kommunikation von Wissen (Publikationen, Forstschulen). Die operative Umsetzung der Erkenntnisse steht ab jetzt für die Forstleute im Vordergrund. Im 19. Jahrhundert wird so Nachhaltigkeit als Grundhaltung der Forstleute gegenüber dem System Wald kultiviert: Durch Ausbildung und praktisches Wirtschaften etabliert sich ein Berufsethos. Dies ist an Literatur und Ausbildungsinhalten abzuleiten, aber auch an der Veränderung der Flächen und des Landschaftsbildes im 19. Jahrhundert, an den sich wandelnden Produktionszielen (Bau- statt Energieholz) und an der verbesserten Erschließung der Wälder. Mit der nur an der Ökonomie orientierten Bodenreinertragslehre und der die Biologie integrierenden Waldreinertragslehre werden im 19. Jahrhundert zwei Sichtweisen von Nachhaltigkeit in der Forstwissenschaft diskutiert. Forstleute sind heute Kommunikatoren, die Nutzung und die vielfältigen Waldfunktionen erklären. Sie helfen beim Ausgleich der weitgefächerten Interessen gesellschaftlieher Gruppen. Weil Nachhaltigkeit zunehmend auch als gesellschaftliches Leitbild anerkannt wird, haben der Wald, der Umgang mit ihm und die Waldpädagogik eine wichtige kulturelle Aufgabe in der Gesellschaft. Auch sein emotionaler und gesundheitlicher Wert wird mehr und mehr anerkannt. Forstleute sind aktiv an dieser Entwickung beteiligt, sie können als Waldkultur-Schaffende bezeichnet werden.