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  • Titel
    Seltenes und zerstreutes Vorkommen: Auswirkungen auf den Paarungserfolg des Speierlings
  • Paralleltitel
    Rare and scattered: consequences for the mating success of the service tree
  • Verfasser
  • Erscheinungsort
    Zürich
  • Verlag
  • Erscheinungsjahr
    2012
  • Material
    Artikel aus einer ZeitschriftUnselbständiges Werk
  • Standardsignatur
    629
  • Datensatznummer
    200176318
  • Quelle
  • Abstract
    Im Rahmen einer populationsgenetischen Studie wurde untersucht, wie sich das seltene und zerstreute räumliche Vorkommen des Speierlings (Sorbus domestica) im Kanton Schaffhausen auf das tatsächlich realisierte Paarungssystem auswirkt. Dazu wurde das gesamte Speierlingvorkommen im Kanton erfasst, und der genetische Fingerabdruck aller 189«Bäume mithilfe von Mikrosatelliten bestimmt. Mit derselben Methode wurden zudem 1183 Samen von insgesamt 49 Mutterbäumen genotypisiert und in einem Ausschlussverfahren die wahrscheinlichsten Vaterbäume (Pollenspender der untersuchten Samen) bestimmt. Es zeigt sich, dass Bestäubungen über grosse Distanzen (> 16 km) stattfinden. Da die Anzahl erfolgreicher Bestäubungen mit zunehmender Distanz zur Pollenquelle jedoch abnimmt, hat die räumliche Stellung von einzelnen Bäumen einen grossen Einfluss auf die genetische Zusammensetzung der Nachkommen (Samen): Je isolierter ein Baum steht, desto höher ist seine Selbstbefruchtungsrate. Da Nachkommen aus fremdbefruchteten Samen vitaler sind als aus selbstbefruchteten, empfehlen die Autoren, mithilfe von gezielten Freistellungen die Fertilität derjenigen adulten Speierlinge zu fördern, in deren naher Umgebung sich andere Speierlinge befinden. Fremdbefruchtete Samen stellen auch wertvolles Saatgut für die künstliche Verjüngung dar, welche als nötig erachtet wird, da im Untersuchungsgebiet keinerlei generative natürliche Verjüngung beobachtet wurde. Auf geeigneten Standorten könnte eine dem Mittelwald ähnliche Bewirtschaftungsform mit gezielter Förderung des Speierlings und weiterer seltener, lichtbedürftiger Baumarten eine ökonomisch sowie ökologisch interessante Alternative zur Hochwaldbewirtschaftung darstellen.Keywords: forest management, Sorbus domestica, breeding system, conservation, Switzerland, rare species