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  • Titel
    Zur Anwendung von Bodenkunde und Tonmineralogie in der baugeologischen Praxis
  • Verfasser
  • Erscheinungsort
    Wien
  • Verlag
  • Erscheinungsjahr
    1972
  • Illustrationen
    17 Lit. Ang.
  • Material
    Artikel aus einer ZeitschriftUnselbständiges Werk
  • Standardsignatur
    5393
  • Datensatznummer
    200168120
  • Quelle
  • Abstract
    Bei baugeologischen Projektierungen konnten mit Erfolg bodenkundliche Methoden angewendet werden. So bildete das ungestörte postglaziale Bodenprofil einen entscheidenden Indikator bei der zeitlichen Einstufung von Solifluktionsschuttdecken, in denen Einschnittsböschungen der Südautobahn (Abschnitt Pittental, N.Ö.) geplant waren. Bei Stabilitätsuntersuchungen von Hängen eines projektierten Stauraumes in NW-Griechenland konnten relikte Bodenbildungen als Beweise für inaktive Massenbewegungen herangezogen werden. Weiters wurde darauf hingewiesen, daß neben den bodenkundlichen Untersuchungen vor allem tonmineralogische Analysen für die zeitliche Einstufung von Hangbewegungen und bei der Lagebestimmung von Gleitflächen sehr wesentlich sein können: so war es bei den Stauraumuntersuchungen in NW-Griechenland möglich, das fossile Alter von Schervorgängen mit Hilfe der Tonmineralumwandlungen in den zerscherten Gesteinen zu erkennen. Im Zuge der baugeologischen Planungsarbeiten für die Südautobahntrasse im Pittental konnte die Gleitfläche einer spätglazialen Rutsching in teritären Braunlehmen an der sekundären Bildung von Hydrobiotit und Chlorit identifiziert werden. Offensichtlich erfolgte diese Mineralumwandlung durch die Zirkulation wässriger Lösungen im Bereich der Gleitfläche. Im Oberhang der Rutschung war der Spiegelschwankungsbereich eines wahrscheinlich pleistozänen Berggrundwasserkörpers in einem heute vollkommen trockenen, tiefgründig verwitterten Hang durch die Umwandlungen bzw. Neubildungen von Hydrobiotit und einem expanierbaren Mixed Layer Mineral rekonstruierbar. Ebenfalls im Zusammenhang mit Verkehrswegebauten zeigte sich die Bedeutung tonmineralogischer Analysen bei der Abgrenzung von Zersatzzonen unter Verwendung von Bohrkernmaterialien. Im letzten Abschnitt wird auf die Möglichkeit von Gesteinsveränderungen hingewiesen, die durch bautechnische Eingriffe ausgelöst werden können.