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  • Titel
    Genetische Struktur von Waldbäumen im Alpenraum als Folge (post)glazialer Populationsgeschichte
  • Paralleltitel
    Genetic structures of forest tree species in the range of the European Alps as a result of (post-)glacial population history = Structure génétique des arbres forestiers dans l'arc alpin dęaprès l'histoire (post)glaciaire des populations
  • Verfasser
  • Erscheinungsort
    Zürich
  • Verlag
  • Erscheinungsjahr
    2010
  • Illustrationen
    1 Abb., 1 Tab., 51 Lit. Ang.
  • Material
    Artikel aus einer ZeitschriftUnselbständiges Werk
  • Standardsignatur
    629
  • Datensatznummer
    200166610
  • Quelle
  • Abstract
    Fossile Überreste (Pollen, Makroreste) und aufgrund von molekularen Untersuchungen festgestellte genetische Strukturen stellen komplementäre Datengrundlagen dar, um die (post)glaziale Geschichte von Pflanzenpopulationen nachzuzeichnen. Aufgrund vergleichender Studien, die beide Datenquellen verwenden, fokussiert die vorliegende Arbeit auf die Auswirkungen der nacheiszeitlichen Rückwanderung auf die genetische Struktur häufiger, weitverbreiteter Waldbaumarten im Alpenraum. Wir zeigen auf, dass zwar auf kontinentaler Ebene die drei grossen südeuropäischen Halbinseln (Iberien, Italien, Balkan) sowie die Karpaten während der letzten Eiszeit als wichtige Refugialgebiete für viele europäische Baum arten dienten. Diese Refugien waren aber von geringer Bedeutung für die Wiederbesiedlung des Alpenraums. Neuere Studien konnten hingegen zeigen, dass Refugialgebiete in der näheren Umgebung der Alpen, zum Beispiel am östlichen und westlichen Ende des Alpenbogens, Populationen von Waldbaumarten enthielten, welche als Herkünfte der heutigen Vorkommen im Alpenraum dienten. Zudem gibt es klare Hinweise darauf, dass mehrere Arten Populationen nördlich der Alpen aufrechterhalten konnten, beispielsweise im Böhmischen Massiv. Wir vertreten die Ansicht, dass die Alpen nicht zwingend als Barriere wirkten für die Migration in nördlicher Richtung, sondern dass während der Arealausdehnung aus verschiedenen Refugien Flächen entlang des Alpenrandes verfügbar waren. Solche Wanderungsrouten ermöglichten das Aufeinandertreffen unterschiedlicher genetischer Verwandtschaftslinien, weshalb in den jeweiligen Kontaktzonen erhöhte genetische Vielfalt gefunden wird. Diese Übersicht unterstreicht, wie sich paläoökologische und molekulargenetische Untersuchungen ergänzen können, um ein geschärftes Bild von der postglazialen Geschichte der Baumarten im Alpenraum zu zeichnen.