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  • Titel
    Zoologische Forschung in hessischen Naturwaldreservaten : Exemplarische Ergebnisse und Perspektiven
  • Paralleltitel
    Zoological research in Strict Forest Reserves in Hesse (Germany) - Exemplary results and prospects
  • Verfasser
  • Erscheinungsort
    Alfeld
  • Verlag
  • Erscheinungsjahr
    2010
  • Illustrationen
    6 Abb., 7 Tab., 22 Lit. Ang.
  • Material
    Artikel aus einer ZeitschriftUnselbständiges Werk
  • Standardsignatur
    2754
  • Datensatznummer
    200165275
  • Quelle
  • Abstract
    In Hessen sind 31 Naturwaldreservate ausgewiesen, davon 22 mit einer weiterhin bewirtschafteten Vergleichsfläche. Sie dienen dem Ziel, sich selbst entwickelnde Waldökosysteme zu erforschen, um daraus Hinweise für eine Harmonisierung von Nutzung und Naturschutz zu erhalten. Siesollen außerdem der Wiederherstellung naturnaher Waldgesellschaften dienen und als Maßstab für Naturnähe sowie als Anschauungsobjekt für die Umweltbildung. Die seit 1990 durchgeführten zoologischen Langzeituntersuchungen sind in ihrer Dauer und Erfassungstiefe einmalig für Europa. Die Fauna wird mit einem breiten Methodenset in je zwei kompletten Untersuchungsjahren (inkl. Winter) erhoben (Bodenfallen, verschiedene Typen von Stamm-eklektoren, Stubben- sowie Totholzeklektoren, Lichtfänge für Großschmetterlinge, Siedlungsdichte-Kartierung der Brutvögel, gezielte Aufsammlungen). Ziel ist die repräsentative qualitative Erfassung eines möglichst breiten Artenspektrums. In allen Naturwaldreservaten werden sieben Tiergruppen (Lumbricidae, Araneae, Heteroptera, Coleoptera, Hymenoptera Aculeata, Macrolepidoptera, Aves) auf Artniveau ausgewertet. Bislang wurden vier Naturwaldreservate auf diese Weise bearbeitet Der einheimische Buchen-Wirtschaftswald beherbergt deutlich mehr Arten, als bislang angenommen wurde, hochgerechnet kann mit 5.000-6.000 Tierarten auf einer Fläche von 60 ha gerechnet werden. Bei der Fauna der Naturwaldreservate handelt es sich um typische Waldbiozönosen, d. h., die Artenvielfalt wird nicht nennenswert durch gebietsfremde reine Offenlandarten verursacht. Qualität und Quantität des Totholzes sind entscheidend für die Artenvielfalt. Daher gilt es, insbesondere Flächen mit langer Totholztradition und vielfältiger Totholzausstattung zu schützen und die Totholzqualität und -quantität in den Wäldern zu verbessern. Auch waldtypische Offenflächen verschiedener Qualitäten -von blütenreich bis krautschichtfrei -sind entscheidend für die Artenvielfalt. Solche Flächen sind ebenfalls zu erhalten und bei der Bewirtschaftung zu fördern. Die Strukturvielfalt des Waldes ist entscheidend für die Artenvielfalt. Daher sollten insbesondere strukturreiche Wälder erhalten und auch neu geschaffen werden