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  • Titel
    Störungsbedingte Walddynamik eines Fichten-Buchen-Naturwaldes in Südschweden
  • Paralleltitel
    Disturbance-induced forest dynamics of a spruce-beech old-growth forest in southern Sweden
  • Verfasser
  • Erscheinungsort
    Alfeld
  • Verlag
  • Erscheinungsjahr
    2010
  • Illustrationen
    6 Abb., 28 Lit. Ang.
  • Material
    Artikel aus einer ZeitschriftUnselbständiges Werk
  • Standardsignatur
    2754
  • Datensatznummer
    200165262
  • Quelle
  • Abstract
    In einem südschwedischen Fichten-Buchen-Naturwald im Reservat Siggaboda (70 ha) wurde die Wirkung von witterungsbedingten Störungen auf die Bestandesstruktur untersucht. Der Bestand mit bis zu 250-jährigen Buchen wird in seiner Kernzone von 5 ha seit mehr als 100 Jahres nicht mehr bewirtschaftet. Auf einer 1 ha großen Kernfläche wurde die Bestandesstruktur (BHD > 7 cm) dreimal vor und nach Störungen in den Jahren 2004, 2005 und 2007 aufgenommen. Zu Beginn der Untersuchungen dominierte die Fichte mit einem Höhenvorsprung von fast 12 Metern gegenüber der Buche (hg, Fi: 28,0 m; Bu 16,2 m) und einem Derbholzvolumen von 347,0 m3 ha1 (86 % Bestandesanteil) gegenüber 48,4 m3 ha1 bei der Buche (12 % Anteil). Der Orkan Gudrun im Januar 2005 beeinflusste den Waldbestand der Kernfläche nur gering. Von 485 Bäumen (BHD > 7 cm) wurden nur 32 Stück (7 % Anteil) geschädigt: 19 Fichten wurden geworfen, 10 Buchen und 3 Bäume anderer Arten sekundär durch Fichtenfall beschädigt. Die heiße Trockenheit im Sommer 2006 und erhöhte Temperaturen im Winter 2006/07 und Frühjahr 2007 führten zu einem Borkenkäferbefall, der Fichtenanteile von 41 % des stehenden lebenden Derbholzvolumens (126 m3 ha1) insbesondere im Oberstand zum Absterben brachte. Die Buche blieb dagegen nahezu unbeeinflusst. Die erwartete Häufung von abiotischen Störungen, wie Sturm, Trockenheit und Hitze, und nachfolgenden Insektenkalamitäten dürfte insbesondere fichtendominierte Bestände in Südschweden destabilisieren. Der erhöhten Störungsanfälligkeit der Fichte stehen eine deutlich höhere Stabilität und ein höhreres Resilienzvermögen der Buche gegenüber. Daraus lässt sich ableiten, dass die in Südschweden bisher wenig beachtete Buche eine zunehmende forstwirtschaftliche Bedeutung erlangen könnte.