Titel
Wie kann man magere artenreiche Mähwiesen langfristig schützen? : Ein noch ungelöstes Problem!
Paralleltitel
How can we protect nutrient-poor and species-rich meadows in the long term? A still unsolved problem!
Verfasser
Erscheinungsort
Alfeld
Verlag
Erscheinungsjahr
2009
Illustrationen
5 Abb., 4 Tab., 16 Lit. Ang.
Material
Artikel aus einer ZeitschriftUnselbständiges Werk
Standardsignatur
2754
Datensatznummer
200160300
Quelle
Abstract
Auf der Grundlage einer weiträumigen Bestandserfassung von artenreichen und mageren Mähwiesen (mit geschätzten Populationsgrößen gewichtete Gesamtartenlisten von 963 Flächen) im Westen von Hunsrück und Eifel wurde untersucht, ob die daran beteiligte, selten werdende Flora in repräsentativen Gebieten nachhaltig geschützt werden kann. Ähnliches ist für viele Magerrasentypen einige Jahrzehnte früher durch die Ausweisung von Naturschutzgebieten relativ erfolgreich angewandt worden und wird inzwischen von der Gesellschaft akzeptiert. Die längerfristigen Überlebenschancen von selten werdenden Wiesenpflanzen werden anhand von Grenzwerten der Populationsgrößen und einer Mindestzahl an Wiesen pro Gebiet versucht zu bewerten. Der Vergleich der Gesamtflora der Wiesen in den untersuchten Landschaften mit derjenigen von 8 ausgewählten Wiesenkomplexen zeigt, dass dies zumindest für schon jetzt seltene Arten langfristig nicht erfolgreich sein kann. Gründe dafür sind: 1. Der Mangel an größeren, abgrenzbaren Gebieten mit vielen und vielfältig zusammengesetzten Mähwiesen. 2. Die inzwischen insgesamt stark geschrumpften Populationen vieler typischer Wiesenpflanzen. 3. Die für fast alle mageren Graslandflächen seit Langem wirksame Isolation ohne Diasporenaustausch zwischen den verstreuten Teilpopulationen der rückläufigen Arten. Nur ein System aus einigen solcher größerer Wiesenkomplexe zusammen mit besonders artenreichen und gut erhaltenen Einzelwiesen oder kleinen Wiesengruppen könnte zum Erhalt der noch vor wenigen Jahrzehnten weit verbreiteten Magerwiesen in der an unterschiedlichen Standorten reichen und floristisch vielfältigen Landschaft von Hunsrück und Eifel wirksam beitragen. Dies erscheint jedoch nur mit klarem gesellschaftlichem Rückhalt umsetzbar, der gegenwärtig (noch?) nicht besteht.