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  • Titel
    Eine hochmittelalterliche Bischofsvita als wertvolle Quelle zur Wald- und Vegetationsgeschichte - Die „Vita Bennonis" des Norbert von Iburg
  • Paralleltitel
    A high medieval bishop's vita as a valuable source on vegetation and forest history - Norbert von Iburg's „Vita Bennonis"
  • Verfasser
  • Erscheinungsort
    Alfeld
  • Verlag
  • Erscheinungsjahr
    2009
  • Illustrationen
    2 Abb., 46 Lit. Ang.
  • Material
    Artikel aus einer ZeitschriftUnselbständiges Werk
  • Standardsignatur
    2754
  • Datensatznummer
    200160272
  • Quelle
  • Abstract
    Über das mitteleuropäische Landschaftsbild um das Jahr 1000 n. Chr. können neben archäologischen und pollenanalytischen auch historisch-archivalische Untersuchungen Aufschluss geben. Denn einige historische Quellen, deren Hauptinhalt ein ganz anderer ist, enthalten wertvolle historisch-ökologische Informationen zur Wald- und Vegetationsgeschichte. So auch die "Vita Bennonis", die von Norbert, dem zweiten Abt der Benediktinerabtei Iburg im nordwestlichen Teutoburger Wald, um das Jahr 1100 verfasst worden ist. In der "Vita Bennonis" wird beschrieben, dass nach dem Ende der Sachsenkriege (804) eine Befestigungsanlage auf dem Iburger Burgberg wüst fiel und sich daraufhin ein dichter Wald mit hohem Eichenanteil entwickeln konnte. Die Existenz einer frühmittelalterlichen Befestigungsanlage wurde auch archäologisch nachgewiesen (Heuer und Schlüter 2003). Dass die Sukzession auf dem Iburger Burgberg zu einem Wald mit starker Eichenbeteiligung führte, ist aus vegetationskundlicher Sicht bemerkenswert, weil der Untergrund aus Kreidekalken und das ozeanische Klima der konkurrenzstarken Buche optimale Wuchsbedingungen bieten. Folglich wird die Sukzession des Iburger Burgberges nicht ohne anthropogene Beeinflussung z. B. der Diasporenbank und der Standortverhältnisse abgelaufen sein. Aber auch Vieh, das von Menschen gewollt oder ungewollt den sich wieder bewaldenden Berg beweidete, kann die Baumartenzusammensetzung beeinflusst haben. Ferner belegt die "Vita Bennonis", dass die Berge in der Umgebung des Iburger Burgberges um dasJahr 1060 noch von dichten Wäldern bestockt waren. Dies lässt sich unmittelbar mit der archivalischen Überlieferung eines früh- bis hochmittelalterlichen Bannforstes im Bistum Osnabrück in Verbindung bringen, dessen Existenz auch durch pollenanalytische Untersuchungen bestätigt worden ist.