Titel
Vegetationsdynamik eines gezäunten naturnahen Kalkbuchenwaldes – Vergleich von Vegetationsaufnahmen 1980 und 2001
Paralleltitel
Vegetation dynamics of a fenced near-natural calcareous beech forest – Comparison of vegetation relevées 1980 and 2001
Verfasser
Erscheinungsort
Alfeld
Verlag
Erscheinungsjahr
2009
Illustrationen
5 Abb., 2 Tab., 30 Lit. Ang.
Material
Artikel aus einer ZeitschriftUnselbständiges Werk
Standardsignatur
2754
Datensatznummer
200160253
Quelle
Abstract
In einem etwa 130 Jahre alten Buchenbestand des Göttinger Waldes auf Muschelkalk werden seit 1980 zahlreiche ökologische Untersuchungen durchgeführt. Zu beginn wurde ein 12 Hektar großes Waldgebiet für das interdisziplinäre Forschungsprojekt eingezäunt. Zur floristischen Inventur und zur Klassifikation der Vegetation wurden 78 Braun-Blanquet-Aufnahmen erstellt. Innerhalb einer insgesamt relativ ähnlichen Artenkombination der Krautschicht zeigte sich eine fleckige Struktur verschiedener Dominanztypen (Ausbildungen) einzelner Arten: Mercurialis perennis (Me), Allium ursinum (Al), Allium-Mercurialis (Al/Me), Anemone nemorosa (An) und Aconitum lycoctonum (Ac). 2001 wurden 42 Flächen erneut aufgenommen und die Ergebnisse in Tabellen verglichen. es werden deutliche Veränderungen festgestellt, besonders die Entwicklung einer lockeren Strauchschicht, eine starke Ausbreitung von Allium ursinum und ein merklicher Rückgang von Mercurialis perennis, die zu einer Zunahme von Al auf Kosten von Me und Al/Me geführt haben. Auch Hedera helix zeigt starke Ausbreitung im Unterwuchs und klettert jetzt an den Baumstämmen empor. Die floristische Bilanz der 42 Flächen zeigt eine leicht negative Tendenz der Biodiversität. 17 Arten der Krautschicht haben an Stetigkeit deutlicher abgenommen oder sind ganz verschwunden, 11 Arten haben zugenommen. Der Vergleich mit einem Transekt aus 281 10 x 10 m-Quadraten im selben Gebiet zeigt ähnliche Ergebnisse, was die Brauchbarkeit der Braun-Blanquet-Methode für die Erfassung langzeitiger Vegetationsdynamik unterstreicht. Abschließend werden mögliche Ursachen für die festgestellten Veränderungen, vor allem für die Entwicklung einer Strauchschicht und die Ausbreitung von Allium ursinum und Hedera helix diskutiert. Als wichtige Faktoren erscheinen veränderte Konkurrenzverhältnisse, zunehmende Beschattung des Unterwuchses, klimatische Veränderungen und, als spezielle Ursache, der Schutz vor Wildverbiss durch die Einzäunung. trotz der erkannten Veränderungen erscheint die gesamte Artenverbindung relativ stabil, wie es auch andere Langzeitstudien erkennen lassen.