Titel
Struktur und Entwicklung von überschirmten Buchen-Eschen-Bergahorn-Dickungen aus Naturverjüngung
Paralleltitel
Structure and development of beech-ash-maple thickets from natural regeneration beneath shelterwood
Verfasser
Erscheinungsort
Alfeld
Verlag
Erscheinungsjahr
2009
Illustrationen
7 Abb., 2 Tab., 34 Lit. Ang.
Material
Artikel aus einer ZeitschriftUnselbständiges Werk
Standardsignatur
2754
Datensatznummer
200158421
Quelle
Abstract
In zwei von Altbuchen unregelmäßig überschirmten Buchen-Bergahorn-Eschen-Dickungen aus Naturverjüngung auf nährstoffreichen Kalkstandorten in submontaner Lage im Göttinger Wald wurden 21 (im Forstort Hünstollen auf mäßig frischem Standort) bzw. 9 (im Forstort Hengstberg auf frischem Standort) Probekreise von ca. 20 m" angelegt und folgende Größen einmalig gemessen: Anzahl der Bäume, Baumartenzusammensetzung, Höhe, soziale Stellung, Leittriebverbiss und die Strahlung mit hemisphärischen Fotos direkt über der Verjüngungsschicht (als diffuse Strahlung ISF in % der Strahlung über den Altbestandskronen). Die untersuchten Dickungen mit Oberhöhen von 2-8 m besaßen sehr hohe Dichten von 17,3 bzw. 17,9 Bäumen m-2. Davon waren 12,7 bzw. 15,4 Pflanzen m-2 über 20 cm hoch. Die Pflanzen unter 20 cm höhe bildeten eine unterste Schicht, die überwiegend aus Esche und (nur auf dem Hengstberg) Spitzahorn bestand. Im Mittel besaßen die Buchen die größten Anteile an der Gesamtbaumzahl und vor allem an der Gesamthöhensumme, gefolgt von Esche und Bergahorn. Ein Einfluss der Belichtungsverhältnisse (Spannweite: 10-26 % ISF) auf die Gesamtdichte der Dickungen ließ sich nicht nachweisen. Die Dickungen waren deutlich in drei Schichten differenziert. In der Oberschicht, die für die zukünftige Entwicklung am wichtigsten ist, stieg der Buchenanteil mit abnehmender Strahlung (entsprechend einer zunehmenden Dichte des Altbestandsschirms) an. Unterhalb von ca. 17 % ISF waren mehr als 50 % der Bäume Buchen. Oberhalb dieses Wertes erreichten die Edellaubhölzer Bergahorn, Esche und Spitzahorn mit steigender Strahlung (und abnehmender Schirmdichte) eine zunehmend stärker ausgeprägte Mehrheit. Die Buche war aber – mit nur einer Ausnahme – in jedem Probekreis in der Oberschicht vertreten, während Bergahorn und Esche bei Strahlungswerten unterhalb von 12 % fehlten. Die Analyse des Leittriebverbisses stellt deutlich die höhere Belastung der Edellaubbäume fest, während die Buchen so selten verbissen werden, dass sie indirekt durch den Verbiss der Konkurrenzarten gefördert werden. Die Ergebnisse bestätigen die schon in zwei Begleitstudien ausgesprochenen waldbaulichen Schlussfolgerungen. Danach ist es unter unseren Standortverhältnissen zweckmäßig, die natürliche Verjüngung eines Edellaubbaumreichen Buchenmischbestandes zunächst mit einem dunklen Schirmschlag einzuleiten, der nach erfolgreicher Etablierung der gewünschten Arten in einen Femelschlag überführt werden sollte, um den höheren Lichtbedarf der Edellaubbäume sicherzustellen.