Titel
Naturschutz als gesellschaftliche Wertschätzung der Natur
Verfasser
Erscheinungsort
München
Verlag
Erscheinungsjahr
2009
Illustrationen
3 Abb., 1 Tab., 4 Lit. Ang.
Material
Artikel aus einer ZeitschriftUnselbständiges Werk
Standardsignatur
6322
Datensatznummer
200157313
Quelle
Abstract
Natur oder einzelne Objekte in der Natur sind nicht um ihrer selbst willen schützenswert, sondern immer nur dort, wo sie mit Menschen in Berührung kommen. Es lassen sich drei grundsätzlich verschiedene Typen gesellschaftlicher Wertschätzung der Natur unterscheiden: Die utilitaristische und industrialistische Wertschätzung, die lediglich auf den praktischen Nutzwert hinaus will. Die identitätsorientierte und traditionsverpflichtete Wertschätzung, die die gewachsene Kulturlandschaft als moralische Heimat begreift. Und die alteritätsorientierte und romantische Wertschätzung, die aus dem Alltag in möglichst wilde Natur zu entfliehen versucht. Auf die letzteren beiden Haltungen - und ihre wechselseitigen Widersprüche - ist Naturschutz historisch begründet. Wenn aber Naturschutz immer auf Wertschätzung und Berührung angewiesen ist, versteht es sich von selbst, dass "völlig unberührte Natur" nicht ein logisch konsistentes Ziel von Naturschutz sein kann. Es ist vielmehr zu überlegen, wie Naturschutz aus einer Balance von äußerem und innerem Naturverhältnis zu entwerfen und zu rechtfertigen wäre: Wir brauchen eine einigermaßen naturnahe äußere Natur, um mit den sinnlichen und physischen Bedürfnissen unserer inneren Natur in Gleichgewicht zu kommen.