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  • Titel
    Von einer Kulturaufgabe zur angewandten Ökologie - welche Verwissenschaftlichung hat der Naturschutz nötig?
  • Verfasser
  • Erscheinungsort
    München
  • Verlag
  • Erscheinungsjahr
    2009
  • Illustrationen
    zahlr. Lit. Ang.
  • Material
    Artikel aus einer ZeitschriftUnselbständiges Werk
  • Standardsignatur
    6322
  • Datensatznummer
    200157309
  • Quelle
  • Abstract
    Der deutsche Naturschutz hatte sich in seiner Anfangszeit als kultureile Aufgabe, als Teil des Heimatschutzes, begriffen. Heute dagegen versteht er sich im wesentlichen als angewandte Ökologie. Meist wird diese Verwissenschaftlichung dadurch erklärt, dass es in den Jahrzehnten nach dem 2. Weltkrieg notwendig gewesen sei, sich von der nationalsozialistischen Ideologie zu distanzieren.Tatsächlich aber führte der Naturschutz vor allem fort, was in der Zeit des Nationalsozialismus begann: sowohl die Förderung technisch relevanter Wissenschaften und die Entwicklung einer Planungswissenschaft als auch die Ablehnung des klassisch-konservativen Heimatbegriffs. Die Ökologisierung führte dazu, dass man im Naturschutz heute wichtige Probleme übersieht oder versucht, sie mit dem falschen, nämlich dem methodischen Instrumentarium der Naturwissenschaften zu lösen.Verwissenschaftlichung müsste statt dessen auch und vor allem bedeuten, sich wissenschaftlich z.B. mit der Frage zu befassen, welche kulturgeschichtlich wirksamen Ideen und welche Wertvorstellungen im Hinblick auf Natur und Landschaft in der Gesellschaft wirksam sind. Denn nur in Kenntnis der Verschiedenheit solcher kulturellen Ideen lässt sich beurteilen, inwieweit Ziele und Praxis des Naturschutzes das treffen, was die Mensehen an Natur und Landschaft interessiert.