Titel
Raum-Zeitmuster der Gehölzsukzession in Kalkflachmooren : Konsequenzen für das Management von extensiven Viehweiden in Oberbayern
Paralleltitel
Temporal and Spatial Patterns of Woody Plant Succession in Pre-alpine Calcareous Fens. Effects for the management of low-intensity grazing systems in Upper Bavaria
Verfasser
Erscheinungsort
Stuttgart
Verlag
Erscheinungsjahr
2009
Illustrationen
7 Abb., 36 Lit. Ang.
Material
Artikel aus einer ZeitschriftUnselbständiges Werk
Standardsignatur
14217
Datensatznummer
200156395
Quelle
Abstract
Der Verlust artenreicher Offenland-Wald-Mosaike auf landwirtschaftlich extensiv genutzten Flächen ist eine der Hauptursachen für die Biodiversitätsverluste der letzten Jahrzehnte. In großflächigen Extensivweiden Oberbayerns schreitet die Entwicklung von artenreichen Offenland-Wald-Ökotonen auf naturschutzfachlich besonders wertvollen Kalk-Kleinseggenrieden (Caricion davallianae) rasch zum Waldstadium fort, in dem der Lebensraum für Offenland- und Saumarten verloren geht. Aus dem temporären Charakter von Ökotonen und ihrem naturschutzfachlichen Wert ergibt sich die Notwendigkeit eines Pflegeansatzes für Kalk-Kleinseggenrieder, der Verbuschung zulässt, den endgültigen Verlust wertvoller Offenlandfläche aber verhindert. Die Ergebnisse der vorliegenden Untersuchung zur Ökotondynamik auf diesen Standorten stützen sich auf die Rekonstruktion der Besiedlung eines Kalkflachmoores durch Schwarzerlen und die Rückführung des Sukzessionsgeschehens auf die Lebensprozesse von Schwarzerlenindividuen als Grundlage für die Erklärung typischer Sukzessionsmuster auf Vergleichsflächen (Generalisierung). Die daraus abgeleiteten typischen räumlichen Schrittweiten der Verbuschung erhöhen die Dringlichkeit der Zurückdrängung von Schwarzerlengebüschen östlich von Mutterbäumen (im Lee der starken Westwinde) im Gegensatz zur Luv-Situation (westlich). Als Alternative zur kostenaufwändigen Mahd bzw. zu mechanischen Verfahren zur Bekämpfung des Erlenjungwuchses wird eine extrem langfristig angelegte Managementoption vorgeschlagen, die an das Mosaik-Zyklus-Konzept anknüpft: Gefällt werden nur die samenspendenden Mutterbäume im "Rücken" (am Westrand) von aktuellen Verbuschungsfronten. Während sich auf den Rodungsflächen die Offenlandbiozönose re-etablieren kann, muss ein weiteres Voranschreiten der Verbuschung mit dem Wind nicht durch aufwändige Pflegemaßnahmen verhindert werden, weil zu erwarten ist, dass die Flächenbilanz von Gehölz- und Offenlandstadien langfristig konstant bleibt.