Titel
Die Wachstumsreaktionen von jungen Douglasien verschiedener Herkunft auf Beschattungs- und Bodenunterschiede
Paralleltitel
Influence d'ombrages et de sols différents sur la croissance de jeunes douglas de diverses provenances
Verfasser
Erscheinungsort
Zürich
Verlag
Erscheinungsjahr
1972
Illustrationen
1 Abb., 13 Tab., 27 Lit. Ang.
Material
Unselbständiges Werk
Standardsignatur
629
Datensatznummer
200156379
Quelle
Abstract
Die Douglasie gewinnt in der mitteleuropäischen Forstwirtschaft zunehmend an Bedeutung. Die ökologischen Bedingungen bei der Anzucht, besonders die Frostempfindlichkeit und die Ursachen der zum Teil beträchtlichen Pflanzenabgänge im Jugendstadium, sind noch nicht befriedigend geklärt. Mit der hier dargestellten Beschattungsversuchsanlage (drei Beschattungsstufen) auf zwei Substraten (Sand und Lehm) sollten die Wuchsreaktionen von drei Douglasienprovenienzen untersucht werden. Der Versuch wurde im Frühjahr 1969 mit einjährigen Sämlingen angelegt. Eine umfassende Auswertung erfolgt nach einer Vegetationszeit im Herbst 1969. Im Herbst 1970 stand nur noch wenig Pflanzenmaterial zur Verfügung, so dass eine statistische Analyse nicht mehr möglich war. Durch die Beschattungsvorrichtungen wurden die ökologischen Faktoren folgendermassen verändert: 1. In den mässig beschatteten Parzellen wurden 59 Prozent, in den stark beschatteten 14 Prozent des Lichtes der offenen Parzellen gemessen. 2. Die Temperaturgänge unterschieden sich in den Beschattungsstufen nur an klaren Tagen. Im tiefen Schatten waren die Tagesamplituden stets am geringsten. Die beschatteten Parzellen blieben im Winter wegen der Beschattungsgitter weitgehend schneefrei; die Jungpflanzen waren daher weniger geschützt. 3. Die Wasserversorgung war in der ganzen Vegetationszeit 1969 gleichmässig und ausreichend. Zwischen den drei Beschattungsstufen waren nur geringe und wahrscheinlich irrelevante Unterschiede feststellbar. Bei den Jungpflanzen liessen sich nach einer Vegetationszeit in der Versuchsanlage folgende Reaktionen nachweisen: 1. Die Herkunft "Tenino" hatte auf dem Lehmboden höhere Ausfälle als die beiden anderen Provenienzen. 2. Die Beschattung beschleunigte im Herbst 1969 die Ausbildung einer Endknospe, sie verzögerte aber offenbar die Verholzung. Die "grüne" Douglasienherkunft Tenino schloss das Wachstum eher ab als die "graue" Schuswap Lake. 3. Die Entwicklung der Trockengewichte wurde am stärksten durch die Beschattung beeinflusst, alle anderen Einflussgrössenstanden in Wechselbeziehungen zueinander. Lediglich bei den Knospengewichten ergaben sich eindeutig auf die Provenienz zurückzuführende Unterschiede, Wechselwirkungen traten nicht auf. 4. Durch die Beschattung erhöhte sich der prozentuale Nadelanteil am Gesamtgewicht. Der Wurzelanteil wurde überpropotional abgesenkt. Die Sprossanteile wurden nicht betroffen. Die Substrate hatten keinen verändernden Einfluss. Die drei Provenienzen unterschieden sich in ihrem Aufbau etwas. Diese Unterschiede blieben auch bei starker Beschattung erhalten. 5. Bei den Sprossbasisdurchmessern bewirkten die drei Versuchsfaktoren prozentual geringere Unterschiede als bei den Trockengewichten. Es traten keine Interaktionen auf: Die Faktoren Beschattung, Provenienz und Substrat konnten einzeln nachgewiesen werden. 6. Die Sprosslängen differenzierten sich nur in geringem Masse. Der Sprosslängenzuwachs erfolgte in mehreren Wachstumsschüben, deren Anteile sich bei den drei Provenienzen deutlich unterschieden. 7. Die Nadeldurchschnittsgewichte wichen bei den drei Provenienzen nicht voneinander ab, lagen aber generell auf Sandboden niedriger als auf Lehmboden. Unterschiede der durchschnittlichen Gesamtnadelgewichte erfolgte nur zum Teil über die Änderung von Dimension und Gewicht der Einzelnadeln, in starkem Masse vielmehr durch Veränderung der Nadelzahlen je Pflanze. 8. Die Beschattung veränderte das Verhältnis von Nadelhöhe und Nadelbreite: Die Nadeln wurden im tiefen Schatten deutlich flacher. Nach einer weiteren Vegetationszeit (1970) verstärkten sich die im Vorjahr festgestellten Reaktionen der drei Douglasienherkünfte offenbar nicht. Die Ausfälle bei vierjährigen Douglasien, die beschattet worden waren, legen den Schluss nahe, dass die Schattierung neben der Wachtumsreduzierung den Abhärtungsvorgang verzögert und damit gefährlich werden kann. Ausserdem spricht das Fernhalten einer schützenden Schneedecke im Winter gegen die Schattierungen. In einem abschliessenden Vergleich mit in der Literatur beschriebenen Versuchsergebnissen wird gezeigt, dass die hier dargestellten Resultate zwar in der Tendenz mit den meisten früheren Arbeiten übereinstimmen, dass sich aber in der Größenordnung einige Abweichungen und zum Teil auch differenzierten Einblicke ergeben.