Titel
Erfahrungen mit dem Management des Feldhamsters Cricetus cricetus (L.) in Sachsen-Anhalt
Verfasser
Erscheinungsort
Bonn
Verlag
Erscheinungsjahr
2008
Illustrationen
2 Abb., 19 Lit. Ang.
Material
Artikel aus einer ZeitschriftUnselbständiges Werk
Standardsignatur
15101
Datensatznummer
200153421
Quelle
Abstract
In der Arbeit wird ein Überblick über den gegenwärtigen Kenntnisstand zur Bestandssituation des Feldhamsters sowie über die Erfahrungen im Management in Sachsen-Anhalt gegeben. In Sachsen-Anhalt wie auch in anderen Teilen Europas ist ein anhaltender negativer Bestandstrend zu verzeichnen. Bestehende Verbreitungsgebiete werden zunehmend voneinander isoliert, die Bestandsdichten nehmen ab und die Art zieht sich auf Optimalstandorte zurück. Die bekannten Gefährdungsursachen resultieren hauptsächlich aus der Intensivierung der landwirtschaftlichen Praxis. Jedoch verfügt der Naturschutz gerade in Bezug auf die landwirtschaftliche Praxis nur über geringe Einflussmöglichkeiten. Das im Jahr 1995 in Sachsen-Anhalt eingeführte Instrument der hamsterschonenden Bewirtschaftung im Rahmen des Vertragsnaturschutzes erreichte keine großflächige Wirkung, wofür überwiegend eine nicht ausreichende finanzielle Ausstattung verantwortlich war. Das Programm zur hamsterschonenden Bewirtschaftung wurde mittlerweile aufgegeben. Im Rahmen von Untersuchungen zur Umwelt- bzw. FFH-Verträglichkeit für Eingriffsvorhaben wird auf den Hamster als besonders geschützter Art in zunehmendem Maße eingegangen. Es bestehen jedoch Zweifel, ob vorgenommene Maßnahmen wie z. B. die Umsetzung von Hamstem, in jedem Fall ihren Zweck erreichen, die lokalen Populationen zu erhalten. Generell bestehen Defizite beim Management von Informationen über Hamstervorkommen und relevante Maßnahmen und Verwaltungsentscheidungen. Landes- und bundesweite Monitoringkonzepte wurden erstellt, aber bislang nicht umgesetzt.