Titel
Untersuchungen zur Trockenheitstoleranz der Buche am Beispiel des witterungsextremen Jahres 2003
Paralleltitel
Assessment of the drought resistance of beech exemplified by the 2003 extreme weather conditions
Verfasser
Erscheinungsort
Göttingen
Verlag
Erscheinungsjahr
2008
Illustrationen
10 Abb., 3 Tab., 53 Lit. Ang.
Material
Artikel aus einer ZeitschriftUnselbständiges Werk
Standardsignatur
15799
Datensatznummer
200151576
Quelle
Abstract
Jahre mit extremer Witterung können Risiken für die Buche bedeuten. Am Beispiel des in der Reihe der letzten Jahre ganz besonders warmen und niederschlagsarmen Jahres 2003 wird das Reaktionsmuster der Buche auf Flächen des forstlichen Umweltmonitorings in Nordwestdeutschland untersucht. Der Biomassezuwachs für Derbholz und Äste wird im Jahr 2004 um ca. 50 % reduziert, die Entwicklung der Höhentriebe bleibt mehrere Jahre eingeschränkt. Mit der Reduktion der Höhen- und der Durchmesserleistung geht eine forstbetrieblich relevante Verringerung des Holzertrages einher. Bei aufeinanderfolgenden extrem warm-trockenen Jahren kann die Produktion von Buchenholz als nachwachsender Rohstoff mit allen ökologischen und ökonomischen Konsequenzen weitere Einschränkungen erfahren. In Bezug auf die Nettoprimärproduktion wird die Minderleistung im Stammholz durch eine 2004 sehr umfangreiche Mast ausgeglichen. Die Biomasse in Blättern reagiert nur unwesentlich, so dass insgesamt die oberirdische Nettoprimärproduktion 2004 nur um etwa 3 % verringert ist; Wurzelsysteme sind nicht berücksichtigt. Ausgelöst durch die Witterungsbedingungen des Jahres 2003 ändert sich damit im Nachfolgejahr die Baumstrategie von Holzproduktion, Raumeroberung und baumindividueller Stabilität hin zur Fruchtbildung, natürlicher Regeneration und Arterhaltung. Die aktive Anpassung der Kohlenstoff-Allokation an veränderte Umweltbedingungen ist ein wesentliches Indiz für eine hohe Stresstoleranz der Buche. Die Buche weist im Vergleich der Hauptbaumarten gegenwärtig die niedrigste Absterberate auf. Es ergeben sich gegenwärtig keine Hinweise auf eine schwerwiegende Einschränkung der Vitalität der Buche. Inwieweit eine unmittelbare Abfolge mehrerer Extremjahre wie 2003 zu Grenzen der Anpassungsfähigkeit der Buche führen wird, bleibt offen.